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Sortenwahl, Saatzeit, Aussaatstärke

Sortenwahl

Im Gegensatz zu den Hauptkulturen Getreide, Ölfrüchte und Leguminosen ist bei der Zuckerrübe die Sortenprüfung nicht in den Landessortenversuchen der Bundesländer integriert, sondern erfolgt - koordiniert durch das Institut für Zuckerrübenforschung (www.ifz-goettingen.de ) - durch die regionalen Arbeitsgemeinschaften.

Hierbei kommen folgende Prüfverfahren, ab 2003 mit neuen Bezeichnungen, zur Anwendung (Tab. 1).

Tab. 1: Sortenprüfung und Leistungsvergleich bei Zuckerrüben 

 

Wertprüfung Sortiment 1 = WP S 1 (normale Sorten, erstes Prüfjahr)

 

Leistungsvergleich Neuer Sorten = WP S2/LNS (zweites Prüfjahr)

 

Wertprüfung auf Rizomania-Toleranz = WP RI 1 (Rizomania-Sorten)

 

Leistungsvergleich Neuer Sorten mit Rizomaniabefall = WP RI 2/LNSR

 

 

 

Sortenleistungsvergleich = SV bzw. SSV (Spezieller Sortenvergleich)

 

Sortenleistungsvergleich mit Rizomaniabefall = SVR

 

Sortenleistungsvergleich mit Nematodenbefall  = SVN

 

Sortenleistungsvergleich mit Rhizoctoniabefall  = SVRh

 

Sortenleistungsvergleich mit Cerosporabefall    = SVC

Die Zuckerunternehmen beurteilen die Sorten hauptsächlich nach Mengeneinheit gewonnenen Weißzuckers und den Kosten für die angelieferten Rüben. Es werden Sorten mit sehr hohem bereinigten Zuckergehalt bevorzugt. Für den Landwirt sind bei der Sortenwahl neben Ertrag und Qualität (Zuckergehalt und Amino-N Gehalt) noch folgende andere Merkmale zu beachten:

  • Anfälligkeit gegen Krankheiten und Schaderreger (Rizomania, Blattkrankheiten, Rhizoctonia, Nematoden),
  • Feldtüchtigkeit (Feldaufgang, Schosser, etc)
  • Zuchtrichtung (Z-, NZ-, N- Typ),
  • Anbaubedingungen (Standort, Rodetermin, eigene Erfahrungen),
  • Logistikvorteil: ca. 6 % Frührabatt bei Bestellung bis 31.08. des Vorjahres; Sortengruppierung nach bewährten Sorten
  • neue Sorten: Neuzulassungen erhalten wegen dem züchterischen Fortschritt einen Preisaufschlag

Die ertragsbetonten Sorten (N-Typ) sollen zur maximalen Leistung eine lange Vegetationszeit haben, d.h. frühe Aussaat und späte Ernte. Die zuckerreichen Sorten (Z-Typ) eignen sich gut für die Frührodung und für Gebiete mit weiter Entfernung zur Zuckerfabrik. NZ- Typen sind für alle Rodetermine geeignet. Für den Rübenanbauer ist es bei entsprechender Betriebsgröße jedoch zweckmäßig, wenn er als Risikoausgleich mehrere Sorten unterschiedlicher Typen auswählt.

Die Ergebnisse aus den Faktorstufen mit und ohne Fungizid liegen ab 2004 für alle Versuchsserien dreijährig vor. Rübenertrag, Zuckergehalt, Amino-N Gehalt, Standardmelasseverlust und Bereinigter Zuckertrag (BZE) stammen aus der Stufe mit Fungizidbehandlung nach Schadschwelle.

Für die Sortenwahl stehen den Landwirten sowohl die Anbauberater der Zuckerfabriken als auch zahlreiche Artikel in den einschlägigen Fachzeitschriften zur Verfügung. Für Internetbenutzer finden sich Sorteninformationen unter www.nordzucker.com, www.bisz.suedzucker.de, oder direkt bei www.liz-online.de.

Saatzeit

Aussaatstärke/Bestandesdichte