Rapsstängelrüssler
- Der Jungkäfer des Großen Rapsstängelrüsslers erwacht aus seinem Winterquartier (Verpuppungskokon in der Erde vorjähriger Rapsflächen) bei Bodentemperaturen von 5-7° C in 2 cm Bodentiefe.
- Tagestemperaturen von ungefähr 10-12° C sind ausreichend, um mit einem Einflug in die Felder zu rechnen.
- Bei plötzlicher Erwärmung spricht man von einem "spontanen Erwachen" der Käfer. Dann liegt die Bekämpfungsschwelle bei 10 Käfern pro Gelbschale in 3 Tagen
- Gestaltet sich das Wetter wechselhaft, spricht man von einem "verzettelten Erwachen". Dann liegt die Bekämpfungsschwelle bei 50 Käfern pro Gelbschale ab Fangbeginn
- Die Weibchen des ca. 3-4 mm großen, durch seine schuppenartige Behaarung schiefergrau erscheinenden Rüsselkäfers beginnen nach dem Zuflug sofort mit der Eiablage. Dafür nagen sie mit ihrem Rüssel kleine Nischen bevorzugt unterhalb der Triebspitzen, wo sie ihre Eier einzeln ablegen.
- Die ersten Symptome findet man in Form kleiner, weiß umrandeter Einstichstellen. Aufgrund des Längenwachstums der Pflanze
strecken sich diese Stellen, und es kommt zu Verdickungen und Krümmungen des Stängels. - Charakteristisch für einen Großen Rapsstängelrüsslerbefall sind die S-förmigen Verdrehungen der Stängel, die Wuchsstoffschäden
ähneln. Diese Verdrehungen entstehen dadurch, dass der Käfer bei der Eiablage wuchsstoffähnliche Substanzen absondert. - Zusätzlich reagiert die Rapspflanze besonders nach Frost und starken Niederschlägen mit dem Aufplatzen der Stängel. In den Stängeln, besonders im oberen Stängelbereich, findet man etwa 7 mm große weißliche Larven, die sich von Stängelmark ernähren und durch ihren Kot den Stängel nach und nach verbräunen. Die Leistungsfähigkeit und Standfestigkeit der Pflanzen wird dadurch beeinträchtigt. Eine Bekämpfung der Larven ist nicht möglich.
Überwachung und Bekämpfungsschwellen der Rapsschädlinge, Stand: 01.03.2011 (pdf, 64 KB)