Die beste Voraussetzung für einen guten Feldaufgang und gleichmäßige Bestände ist die Verwendung von zertifiziertem Saatgut. Eine sachgerechte Beizung ist eine wirksame Maßnahme, um einem Befall durch Auflauf- und Fußkrankheiten (u.a. Fusarium-Arten, Rhizoctonia-Arten, Brennfleckenerreger) vorzubeugen. Derzeit ist für großkörnige Leguminosen allerdings keine Beize zugelassen. Für Vermehrungsbestände können ggf. länderspezifisch §18b-Anträge (z.B. für TMTD 98% Satec) gestellt werden. Als vorbeugende Maßnahme ist eine Anbaupause von mindestens vier Jahren zu empfehlen. Anbaulagen mit Staunässe bzw. hohem Grundwasserstand sollten möglichst gemieden werden.
Witterungsabhängig können in manchen Jahren bei Ackerbohnen bzw. Futtererbsen die Schokoladenfleckenkrankheit, die Brennfleckenkrankheit und die Grauschimmelfäule Bedeutung erlangen. Auch Rostkrankheiten sowie Echter und Falscher Mehltau können dann örtlich und schlagweise stärker auftreten. Während der Falsche Mehltau durch kühle, feuchte Witterung begünstigt wird, tritt der Echte Mehltau vor allem bei trockener und warmer Witterung auf. Nach bisherigen Erkenntnissen sollten Fungizidapplikationen nur bei hohem Befallsdruck und hoher Ertragserwartung in Erwägung gezogen werden. Dabei sind die Durchfahrverluste in die Wirtschaftlichkeitsberechnung einzubeziehen.
Die Anthraknose (Colletotrichum lupini) gehört zu den wichtigsten Krankheiten der Lupine. Die Verbreitung des Erregers erfolgt primär über das Saatgut, wobei der Pilz sowohl außen am Korn als auch im Innern, unter der Samenschale, zu finden ist. Als vorbeugende Bekämpfungsmaßnahme sollte daher vorrangig zertifiziertes Saatgut zum Einsatz kommen. Eine direkte Bekämpfung mit Fungiziden kann den Befallsdruck reduzieren, wird aber aufgrund der höheren Kosten in der Regel nur im Vermehrungsanbau durchgeführt.
Bei Ackerbohnen ist zur Verminderung der Bodenverseuchung mit Sklerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) die Applikation des biologisch wirkenden Präparates Contans WG möglich. Die Behandlung muss nach der Bodenbearbeitung und vor der Saat, jedoch mindestens zwei Monate vor einer möglichen Sklerotinia-Infektion erfolgen. Bei einer Einarbeitungstiefe bis 10 cm sind 4,0 kg/ha, bis 20 cm 8,0 kg/ha erforderlich.
Quelle: Broschüre "Hinweise zum sachkundigen Einsatz von PSM im Ackerbau und Grünland" Pflanzenschutzdienste der Länder Brandenburg, Sachsen, Thüringen (Stand: Februar 2011)
Fungizide in Großkörnigen Leguminosen, Stand: 01.02.2011 (pdf, 51 KB)