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Die hohen Niederschläge der letzten Woche erschweren nun nicht nur in NRW, sondern im gesamten Nord- und Ostdeutschem Raum massiv die Rapsaussaat. Auch wo kaum Alternativen zum Raps bestehen, wird auf Grund der zu feuchten Böden keine oder nur eine sehr begrenzte Aussaat möglich werden.
Auf milden Standorten nach Gerste kann die Aussaat sicherlich bis Mitte September, im Rheinland vielleicht sogar bis zum 20. September, mit wüchsigen Sorten durchgeführt werden. Eine ausreichende Herbstentwicklung wird aber nur dann möglich werden, wenn gute Aussaatbedingungen (ausreichend abgetrocknet Böden) gegeben sind. Auf schweren tonigen Böden nach Weizen wird bei derartig späten Aussaatbedingungen in aller Regel keine ausreichende Vorwinterentwicklung erreicht. Hier muss dann alternativ noch mal Getreide oder Frühjahrsblattfrüchte nachgebaut werden.
In wie weit Raps, der vor den starken Niederschläge gedrillt wurde, aufläuft und wüchsig weiter wächst, ist sehr stark vom Saatbeet abhängig. In Mulchsaaten mit eingearbeitetem Stroh dürften die geringsten Probleme entstehen (siehe Bild).

Mulchsaat auf sehr schweren Boden. Hier sind 110 mm direkt nach der Aussaat gefallen. Der Raps läuft ohne Probleme auf.
In wie weit das eingesetzte Vorauflaufherbizid geschädigt hat kann zurzeit noch nicht festgestellt werden. Hier muss die Wüchsigkeit der Pflanzen beobachtet werden.
In Pflugsaaten auf schluffigen Standorten muss nach hohen Niederschlägen mit deutlichen Auflaufproblemen gerechnet werden.
Auch vor den Niederschlägen durchgeführte Herbizidbehandlungen können zu starken Wuchsdepressionen führen, allerdings stark abhängig von der Bodenart (leichtere Standorte schlimmer) und der Regenmenge. Probleme sind zu erwarten, wenn in kurzer Zeit mehr als 40 mm gefallen sind. Die Schädigung durch Herbizide hat zunächst keinen Einfluss auf das Auflaufverhalten des Rapses. Erst nachfolgend kann die Schädigung an der Wüchsigkeit der kleinen Rapspflanzen beurteilt werden. Im schlimmsten Fall bleibt der Raps stehen. Herbizidbehandlungen, die nach Wiederbefahrbarkeit nach den Niederschlägen durchgeführt werden, sind natürlich voll verträglich.
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Die Herbizidstrategie in Winterraps richtet sich nach dem vorhandenen Unkrautspektrum (28.08.2010).
Vorauflaufanwendungen mit Clomazone haltigen Produkten sind auf Standorten mit Kreuzblütern immer angeraten. Gegen Storchschnabel sind Butisan Kombi (im Butisan Komplett-Pack und Effigo Kombi Pack enthalten) oder Colzor Trio die wirksamsten Produkte.
Die Witterung ist insbesondere bei Vorauflaufanwendungen zu beachten. Falls noch mal sehr warme, sonnige Witterung auftreten sollte, ist insbesondere bei der Anwendung von Clomazone haltigen Produkten Vorsicht geboten. Die Anwendungsbestimmungen müssen unbedingt eingehalten werden. Um Abdrift über Thermik zu vermeiden, sollte bei warmer Witterung nur sehr früh morgens behandelt werden.

Wenn nach der Aussaat über einen Zeitraum von ca. 8 Tagen höhere Niederschläge drohen, können Vorauflaufanwendungen zu stärkeren Schäden führen. Auf leichten Standorten dann immer mit höherer Gefährdung als auf schweren Standorten.
Nachhaltig wird der Raps weniger durch Clomazone als vielmehr durch die Wirkstoffe Metazachlor (Nimbus, Butisan, Fuego) oder Dimethachlor (Brasan, Colzor Trio) geschädigt. Clomazone führt häufiger zur Aufhellung der Rapspflanzen, aber nicht zu Wuchsdepressionen. Daher bringt bei drohenden hohen Niederschlägen nach der Saat die alleinige Vorlage von Clomazone (Centium 36 CS oder Cirrus) mit einer Nachlage von Bodenherbiziden wie z.B. Fuego, Butisan, oder auch Butisan Kombi nach den Niederschlägen bei wieder gegebener Befahrbarkeit eine bessere Verträglichkeit. Auf vielen Standorten erreicht man auch nach der Vorlage mit Clomazone und einer zweiten Behandlung mit Effigo im Nachauflauf eine ausreichend breite Wirkung mit sehr guter Verträglichkeit.