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Hilfe zum Modul "Schlagbezogene Risikoabschätzung des Pflanzenschutzmitteleintrags in Gewässer"

Mit diesem Programm können Sie für die von Ihnen geplanten Pflanzenschutzmittel-Applikationen das Risiko einer etwaigen Gewässerbelastung abschätzen lassen. Dazu werden die voraussichtlichen PSM-Einträge in Oberflächengewässer über die Eintragspfade Runoff (= Oberflächenabfluss) und Drainage kalkuliert und die resultierende PSM-Konzentration im Gewässer berechnet. Die schlag- und anwendungsspezifische Risikobewertung für das aquatische Ökosystem wird dabei folgendermaßen vorgenommen:

  • Ist die berechnete Wirkstoffkonzentration im Gewässer niedriger als die sog. maximale tolerable Konzentration, so kann erwartet werden, dass kein signifikantes Risiko für die aquatische Lebensgemeinschaft besteht.
  • Ist die berechnete Konzentration höher als die sog. maximale tolerable Konzentration, so sollte geprüft werden, ob zur weiteren Risikominimierung die Aufwandmenge reduziert werden kann oder ein alternatives Präparat zur Verfügung steht.

Eingabeformular

Um eine Risikoabschätzung durchzuführen, füllen Sie bitte die Auswahlfelder auf der Formularseite aus. Die Felder Bundesland, Kreis und Gemeinde dienen der Lokalisierung des zur Behandlung vorgesehenen Schlages. Danach kreuzen Sie bitte an, ob Ihr Schlag drainiert ist oder nicht (Feld: Drainage). Anschließend wählen Sie bitte einen Boden und eine Bodenart aus, entweder nach Nomenklatur der Reichsbodenschätzung oder nach der deutschen Bodenkundlichen Kartieranleitung. Schließlich wählen Sie den Applikationszeitraum (z.B. Frühjahr) und die zu behandelnde Kulturart (z.B. Wintergetreide). Nun werden alle für diesen Zeitraum und diese Kultur zugelassenen Mittel angezeigt. Mit den Feldern Mittel und Schadorganismus können Sie Ihre Auswahl eingrenzen und sich die Prognose für ein bestimmtes Präparat bzw. für alle Präparate gegen einen bestimmten Schadorganismus anzeigen lassen.

Durch Klick auf "OK" wird die Simulation gestartet, mit "ZURÜCKSETZEN" werden die Eingaben gelöscht und Sie können eine neue Auswahl treffen.

Hintergrund

Die Drainage-Rechnungen wurden mit dem Modell MACRO 4.3b durchgeführt. Hierbei wurde ein szenarienbasierter Ansatz mit 8 drainagerelevanten Bodenklassen und 19 Boden/Klima-Szenarien verwendet. Simulationen wurden für 109 verschiedene Wirkstoffe mit 229 in Deutschland zugelassenen Anwendungen durchgeführt. Für die Runoff-Simulationen (185 Wirkstoffe und 446 Anwendungen) wurde das Modell PRZM 3.21ß verwendet. Auch hier wurde ein szenarienbasierter Ansatz gewählt, der 5 Bodenklassen, 8 Klimaszenarien und 20 verschiedene Wetterjahre pro Klimaszenario umfasste. Das Maximum des täglichen PSM-Austrags über den Simulationszeitraum (+ das dazugehörige Datum und Drainage- bzw. Runoffvolumen) bildete zusammen mit regionalen Variablen (Landnutzung, Praxis des PSM-Einsatzes, flächenspezifischer Abfluss, Anteil drainierten Ackerlands) die Grundlage für die Berechnung maximaler initialer PECsw (Predicted Environmental Concentrations in surface water). Die PECsw beziehen sich auf den Auslass eines kleinen Einzugsgebiets mit etwa 10 (1-100) km2 Fläche. Die höhere der beiden Konzentrationen (PECsw,Runoff und PECsw,Drainage) wird mit der akuten aquatischen "maximalen tolerablen Konzentration" für den entsprechenden Wirkstoff verglichen.

Das Modul wurde vom Institut für Ressourcenmanagement der Universität Gießen entwickelt

Anschrift des Instituts:

Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement
Heinrich-Buff-Ring 26-32
D-35392 Gießen
Telefon: +49(0)641-99-37376
Fax: +49(0)641-99-37389

Stand der Informationen: Februar 2006


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