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Umsetzung ausgewählter Anwendungsbestimmungen beim Einsatz von zinkphosphid-haltigen Rodentiziden in Mecklenburg-Vorpommern

Betroffene Pflanzenschutzmittel:

ARVALIN; Ratron Giftweizen, Ratron Gift-Linsen; Ratron Gift-Linsen Forst; Ratron Schermaus-Sticks
(Layer hierzu basieren auf Daten des LUNG M-V.)

Anwendungsbestimmungen zum Schutz der Kleinsäuger
Die Anwendungsbestimmungen NT 820-1 (Keine Anwendung in aktuell nachgewiesenen Vorkommens-gebieten des Feldhamsters zwischen 1. März und 31. Oktober) und NT 820-3 (Keine Anwendung in aktuell nachgewiesenen Vorkommensgebieten der Birkenmaus zwischen 1. März und 31. Oktober) finden in Mecklenburg-Vorpommern keine Anwendung, da weder der Feldhamster noch die Birkenmaus in Mecklenburg-Vorpommern heimisch sind.
NT 820-2: Keine Anwendung in aktuell nachgewiesenen Vorkommensgebieten der Haselmaus in einem Umkreis von 25 m um Bäume, Gehölze oder Hecken zwischen 1. März und 31. Oktober. Diese Gebiete erstrecken sich auf der Insel Rügen und in Nordwestmecklenburg.


Anwendungsbestimmungen für die Anwendung in Schutzgebieten
NT 802-1: Vor einer Anwendung in Natura 2000 Gebieten (FFH- und Vogelschutzgebieten) ist nachweislich sicherzustellen, dass die Erhaltungsziele oder der Schutzzweck maßgeblicher Bestandteile des Gebietes nicht erheblich beeinträchtigt werden. Der Nachweis ist bei Kontrollen vorzulegen. Die Anwendungsbestimmung NT 802-1 soll sicherstellen, dass sich die Anwender über die Schutzziele des Natura 2000-Gebietes und die zu schützende Tierarten informieren. Sie entspricht damit weitgehend der Zielbestimmung des § 13 PflSchG, wonach sich der Erhaltungszustand der lokalen Population einer geschützten Art durch Pflanzenschutzmaßnahmen nicht verschlechtern soll. Dies ist per Definition gem. § 13 Abs. 2 PflSchG dann nicht der Fall, wenn die Anwendung des Pflanzenschutzmittels nach Guter Fachlicher Praxis im Sinne von § 3 PflSchG erfolgt. Die GFP wiederum erfordert die Einhaltung der Anwendungsbestimmungen eines PSM. Im vorliegenden Fall ist einzuschätzen, dass es für den Anwender aber praktisch unmöglich ist, die AWB 802-1 rechtssicher umzusetzen. Ab welcher Größe sind Teilgebiete eines Natura 2000-Gebietes maßgeblich, bei welcher Größenordnung beginnt die erhebliche Beeinträchtigung eines Erhaltungszieles, wie kann der Nachweis der Einhaltung der AWB 802-1 rechtssicher geführt werden? Auch wegen der fehlenden sprachlichen Bestimmtheit ist diese AWB als Handlungsanleitung für die Praxis unbrauchbar.
Der PSD empfiehlt deshalb, nur im äußersten Notfall in Natura 2000-Gebieten eine Schadnagerbekämpfung durchzuführen. Wenn sie wegen des absehbaren Schadens unabdingbar ist, wird der PSD bei Kontrollen, ausgehend von dem Refugialflächenansatz, die AWB dann als umgesetzt beurteilen, wenn 50% der in einem geschützten Gebiet liegenden Befallsfläche eines Schlages unbehandelt verbleibt. Befallsbonituren und Befallsflächen sind so zu dokumentieren, dass die Bekämpfungsentscheidung und die Zuordnung der Behandlungsflächen nachvollzogen werden können. Befallene Schlagteile, die nicht zu einem Natura 2000- Gebiet gehören, können ohne Ausklammerung einer Refugialfläche, jedoch unter Einhaltung weiterer bestehender AWB behandelt werden.

FFH-Gebiete



Vogelschutzgebiete


Anwendungsbestimmungen für die Anwendung auf Vogelrastplätzen von September bis April
NT803-1: Keine Anwendung auf nachgewiesenen Rastplätzen von Zugvögeln während des Vogelzugs.


Anwendungsbestimmungen für die Anwendung in Naturschutzgebieten
Für die Rodentizide Arvalin Forte, Wühlmausköder WUERFEL, Wühlmausköder Arrex, Detia Wühlmausköder Neu, Wühlmaus-Köder und WÜHLMAUS-KÖDER RATZIA gilt u.a. weiterhin die ursprünglich festgesetzte Anwendungsbestimmung NT802 (Keine Anwendung in Vogel- und Naturschutzgebieten).

Kleinstrukturverzeichnis zur Interpretation der NT-Auflagen
Liegen Ihre Flächen im grünen Gebiet, dann gehört die entsprechende Gemeinde zu einer Agrarlandschaft mit einem ausreichenden Anteil an Kleinstrukturen. Liegen Ihre Flächen im roten Gebiet, dann hat die betreffende Agrarlandschaft eine ungenügende Ausstattung an Kleinstrukturen. In den roten Gebieten fordern die Pflanzenschutzmittelanwendungsbestimmungen NT107-109 sowie NT112 einen mit diesen Produkten unbehandelten Abstand zu Saumbiotopen von 5 Metern.


Ansprechpartner beim Pflanzenschutzdienst
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