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Ackerbau – Zwischenfruchtanbau und zur Stoppelbearbeitung stehen an


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Mon Jul 27 10:56:29 CEST 2015

Wichtige Informationen aus dem Kreis Ludwigsburg vom 24.07.2015

Für den Zwischenfruchtanbau sprechen die Stickstoffspeicherung über den Winter, Erosionsverminderung und Verbesserung des Bodengefüges, Unkrautunterdrückung, Krankheitsunterbrechung, aber auch Futtergewinnung. Man sollte sich also spätestens jetzt Gedanken darüber machen was man mit dem Anbau erreichen will und welche Ziele man damit verfolgt.

Als Zwischenfruchteinsaat kommen Ackersenf, Ölrettich, Phacelia, Hafer, Zwischenfruchtmischungen z.B. BetaMax TR, Planterra Vitalis Extra, TG-2 Rübenfit und verschiedene andere oder auch Gräser zum Einsatz.

Wenn die Zwischenfrucht als ökologische Vorrangfläche verwendet werden soll sind verschiedene wichtige Punkte zu beachten:

  • mindestens 2 Arten, wobei keine Art einen höheren Anteil als 60% Samenanteil haben darf, die zulässigen Arten sind im entsprechenden Anhang aufgeführt
  • Aussaat zwischen dem 16. Juli und 1. Oktober
  • kein Herbizideinsatz nach der Ernte der Vorkultur
  • keine mineralische Düngung zur Zwischenfrucht, Wirtschaftsdünger ist zulässig
  • keine Nutzung des Aufwuchses im Antragsjahr, der Aufwuchs muss auf der Fläche bleiben, schlegeln, walzen, häckseln des Aufwuchses ist möglich, eine Bodenbearbeitung ist erst am 15. Februar (vorrausichtlich 15. Januar 2016) möglich

daraus ergibt sich die Empfehlung

  • möglichst kurz nach der Getreideernte eine „Greening-Mischung“ auszusäen, nach 3-4 Wochen produzieren die Leguminosen in der Mischung Stickstoff für die Nichtleguminosen
  • Flächen auswählen auf denen 2016 Mais steht, so bleibt mehr Zeit um den optimalen Termin für die Bodenbearbeitung zu finden, da eine sehr hohe Pflanzenmasse auf der Fläche bleibt

Für die übrigen Zwischenfruchtflächen gilt: Verbleibt das Getreidestroh auf der Fläche, kann eine N-Gabe in Höhe von bis zu 40 kg/ha sinnvoll sein. Um die Samenproduktion nicht unnötig zu fördern sollte die Einsaat hier nicht zu früh erfolgen. Ab Mitte August ist dafür ein guter Zeitpunkt.

Es sollte versucht werden, vor der Einsaat von Zwischenfrucht, die Fläche dort wo es notwendig ist zusätzlich, wenn möglich mehrmals zu bearbeiten, um gegen Wurzelunkräuter wie Distel, Ackerschachtelhalm und vor allem Winde, eine mechanische Unkrautbekämpfung durchzuführen. Eine schädigende Nebenwirkung dieser Maßnahme auf Schnecken und Drahtwurm ist nur dann zu erwarten, wenn bis dahin eine höhere Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist.

Bei starkem Auftreten von Wurzelunkräutern besteht auch die Möglichkeit diese und das Ausfallgetreide nach der Ernte zunächst anwachsen zu lassen und nach einiger Zeit mit Pflanzenschutzmitteln zu bekämpfen. Die Behandlung und auch die Wirkung der Mittel sind dann effektiver. Zugelassen auf der Getreidestoppel ist zurzeit das Mittel Kyleo mit einer Aufwandmenge von 5 l/ha. Gegen Zaunwinde eignen sich 1,8 l/ha Starane XL. Das Stroh sollte abgefahren sein und die Winde wieder 6 Blätter haben.

Beim Einsatz von Starane XL ist der Zusatz von Glyphosat - mit der Indikation „Stoppelbehandlung nach der Ernte“ - sinnvoll um Ausfallgetreide und weitere Unkräuter zu erfassen, da eine mechanische Bearbeitung erst nach dem Absterben der Pflanzen erfolgen sollte. Einer Einwirkungsdauer von 3-4 Wochen sollte gewährleistet sein, je früher die Fläche danach mechanisch bearbeitet wird umso geringer ist der Wirkungsgrad.

Hinweis: Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln - insbesondere bei glyphosathaltigen Mitteln - ist darauf zu achten, dass die Anwendung auf Wegen und Wegränder verboten ist und, dass diese in keinem Fall mitbehandelt werden dürfen.