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Ackerbau – Bekämpfung von Wurzelunkräutern?


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Tue Jul 28 12:16:53 CEST 2015

Wichtige Informationen des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 27.07.2015

Nach der Getreide- und Rapsernte sollten Wurzelunkräutern wie Distel, Ackerschachtelhalm und vor allem Winde zunächst mit Hilfe mechanischer Mittel bekämpfen werden. Unter Umständen müssen entsprechende besetzte Flächen sogar mehrmals bearbeitet werden. Bei extrem starkem Auftreten von Wurzelunkräutern und Ausfallgetreide genügen diese mechanischen Maßnahmen meist nicht um eine nachhaltige Wirkung erzielen zu können. In dem Fall besteht die Möglichkeit der chemischen Behandlung. Zu beachten dabei ist, dass der Zeitpunkt so terminiert wird, dass beide Arten nach der Ernte die Zeit bekommen um anwachsen zu können. Erst einige Zeit später können sie nachhaltig mit Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden.

Die Bekämpfung von Wurzelunkräutern ist mit Starane XL, Kyleo und mit Glyphosat-Mitteln, möglich. Empfehlungen dazu sind im „Merkblatt Pflanzenproduktion 2015“ in Tabelle 2 auf Seite 15 aufgeführt.

Zaunwinde bekommt man mit Starane XL und einer Aufwandmenge von 1,8 l/ha in den Griff. Gegen Acker- und Zaunwinde, Distel, Quecke u.a. wird die Tankmischung mit Dominator 480 TF (3,75 l/ha) empfohlen. Wichtig: Um einen guten Bekämpfungserfolg zu erzielen, sollte das Stroh vor der Maßnahme abgefahren sein, die Winden frisch ausgetrieben haben und ca. 20 cm lang sein und mindestens 6 Blätter haben.

Kyleo erfasst alle Wurzelunkräuter, neben den Winden-Arten insbesondere auch den Ackerschachtelhalm. Aufgrund der Bodenwirkung des Wuchsstoffes (2,4-D) müssen zur Vermeidung von Schäden in der Folgekultur folgende Abstände zwischen Anwendung und Aussaat eingehalten werden: Vor Getreide 3 Tage, Phacelia 14 Tage, Raps, Senf und Leguminosen 28 Tage.

Glyphosat-Mittel eignen sich zur Distel und Queckenbekämpfung. Achtung: Bei allen glyphosathaltigen Mitteln ist die Auflage NG351 (maximal 2 Behandlungen im Abstand von mindestens 90 Tagen, nicht mehr als 3,6 kg Wirkstoff pro Hektar und Jahr) einzuhalten.

Hinweis: Grundsätzlich ist bei den Stoppelbehandlungen darauf zu achten, dass Freiflächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden (z.B. Wegränder, Wege, Böschungen, Feldraine), nicht getroffen werden. Wer vorsätzlich oder fahrlässig diese Flächen abspritzt, handelt ordnungswidrig. Der Verstoß ist zudem Cross Compliance relevant!