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Ackerbau – Resistenzen schon im Vorfeld vermeiden!


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Tue Aug 25 11:15:48 CEST 2015

Wichtige Informationen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis vom 24.08.2015

Herbizidresistenzen gefährden durch empfindliche Ertragsverluste und einen deutlich höheren Aufwand beim Pflanzenschutz die Wirtschaftlichkeit im Wintergetreideanbau. Leider sind Wirkungsminderungen beim Einsatz von Herbiziden gegen Ungräser, vor allem bei Ackerfuchsschwanz auch im Schwarzwald-Baar-Kreis zu beobachten.

Damit bewährte Ungrasmittel bzw. eine breite Auswahl an Mitteln im Wintergetreideanbau auch weiterhin eingesetzt werden können, sollte schon bei der Anbauplanung und später auch bei der Herbizidauswahl die Vermeidung von Resistenzen im Vordergrund stehen.

Herbizide besitzen verschiedene Wirkmechanismen. Sie werden mit Hilfe von Buchstaben (HRAC-Code) in sog. Wirkklassen eingeteilt. Bei der Mittelauswahl sollte mit Hilfe dieser Einteilung auf Abwechslung bei den Wirkmechanismen in der Fruchtfolge oder auf dem Schlag geachtet werden, bzw. resistenzgefährdete Mechanismen seltener "eingesetzt" werden.

Das Resistenzrisiko von Pflanzenschutzmitteln bei häufiger Anwendung ist:

  • sehr hoch (entspricht dem HRAC-Code „A“) Beispiele: Getreide: Ralon Super, Axial 50 EC, Axial komplett, Traxos; Raps: Agil S, Focus Ultra, Fusilade Max, Panarex, Select 240 EC, Targa Super
  • hoch (entspricht dem HRAC-Code “B”) Beispiele: Getreide: Atlantis, Attribut, Alister, Caliban, Broadway, Ciral, Lexus, Husar, Falkon, Monitor; Mais: MaisTer, Motivell, Milagro, Accent, Cato, Samson, Kelvin, Principal, Task, Cato

Hinweis: Die entsprechenden Codes stehen in jeder Gebrauchsanleitung.

Verschiedene Dinge müssen wir dabei immer vor Augen haben: Ein vollständiger Bekämpfungserfolg gegen Ungräser und Unkräuter ist nur mit einer guten Anwendungstechnik, durch den Verzicht auf eine Reduzierung der Aufwandmengen und die Wahl des richtigen Behandlungstermins zu erreichen. Weiter müssen wir beachten:

Faktoren, die Resistenzen fördern

  • Fruchtfolgen mit überwiegend Winterungen
  • Bodenbearbeitung ohne/wenig Pflug
  • Hoher Unkrautbesatz
  • Nur chemische Unkrautbekämpfung
  • Herbizide mit gleichem Wirkmechanismus mehrmals im Jahr
  • Reduzierte Aufwandmengen
  • Schlechte Applikationstechnik

Faktoren zur Resistenzminderung

  • Sommerungen bzw. Hackfrüchte in der Fruchtfolge vermindern Ungrasanteil auf den entsprechenden Flächen
  • Pflugeinsatz bringt den Ackerfuchsschwanzsamen in tiefere Bodenschichten und fördert dadurch die Verrottung des Samens
  • Spätere Aussaat ermöglicht aufgelaufenes Ungras bei der Saatbettbereitung mechanisch oder chemisch besser zu bekämpfen
  • Wirkstoffgruppenwechsel nach HRAC-Code