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Pflanzenschutzmittel - Im Fokus: Notfallsituationen, Erweiterungen, Verlängerungen, Neuzulassungen.


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Mon Mar 07 10:40:09 CET 2016

Wichtige Informationen des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 29.02.2016

  • Zulassungen für Notfallsituationen nach Artikel 53

Praxisgerecht hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) SpinTor (Wirkstoff: Spinosad) für jeweils 120 Tage erneut gegen die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) in den verschiedenen Kulturen zugelassen.

Die befristeten Einsatzzeiträume wurden kulturspezifisch geregelt:

  • Erdbeere: Das Mittel kann in dieser Kultur sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus ausgebracht werden. Der festgelegte Einsatzzeitraum ist vom 01. Juni bis zum 28. September 2016.

Anwendungshinweise: SpinTor wird bei fortgeschrittener Fruchtausfärbung bis zur Pflückreife nach festgestelltem Befall bzw. bei auftretender Kirschessigfliege mit einer Aufwandmenge von 0,2 Liter/ha in maximal 1000 Liter Wasser je ha gespritzt oder gesprüht. Im Abstand von 7 Tagen sind zwei Behandlungen möglich. Die Wartezeit beträgt 1 Tag.

In den nachfolgenden Kulturen kann das Mittel in folgenden Zeiträumen eingesetzt werden:

  • Brombeere, Heidelbeerarten, johannisbeerartiges Beerenobst: ab dem 15. Juni bis zum 12. Oktober 2016
  • Holunder: ab dem 01. Juni bis zum 28. September 2016
  • Himbeere (ausgenommen Herbsthimbeere): im Freiland und im Gewächshaus ab dem 15. Mai bis zum 11. September 2016

Anwendungshinweise: In diesen Kulturen kann das Mittel nach festgestelltem Befall und Warndienstaufruf im Entwicklungszeitraum BBCH 85 bis 87 mit 0,2 Liter/ha in maximal 1000 Liter Wasser/ha gespritzt oder gesprüht werden. Möglich sind in einem Abstand von mindestens 7 Tagen maximal zwei Anwendungen. Die Wartezeit beträgt 3 Tage.

Achtung: SpinTor ist B1 eingestuft und ist damit bienengefährlich. Es darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden. Dies gilt auch für Unkräuter!

Für Boni Protect forte (Wirkstoffe Aureobasidium pullulans DSM 14940 und DSM 14941) wurde die Zulassung für den Zeitraum vom 15. April bis 12. August 2016 erteilt.

Anwendungshinweise: Das Mittel kann gegen Grauschimmel in Heidelbeere im Freiland und im Gewächshaus mit 1,0 kg/ha in 600 bis 2000 Liter Wasser/ha gespritzt oder gesprüht werden. Maximal sind ab Knospenschwellen bis hin zur Vollreife der Beeren 6 Anwendungen möglich. Die notwendige Wartezeit vom Zeitpunkt der Behandlung bis zur möglichen Ernte beträgt 1 Tag.

  • Zulassungserweiterung

Die bestehende Zulassung von Malvin WG (Wirkstoff: Captan) wurde nach Art. 51 erweitert. Das Mittel kann jetzt auch gegen Colletotrichum und Grauschimmel in Erdbeere im Freiland mit 1,8 kg/ha in maximal 2000 Liter Wasser/ha als Reihenbehandlung gespritzt werden. Ab der Vorblüte bis zur Vollblüte sind im Abstand von 14 Tagen maximal 2 Anwendungen möglich. Die Wartezeit beträgt 14 Tage.

  • Verlängerung der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, deren Zulassung durch Zeitablauf endete, verlängert. Diese Zulassungsverlängerungen werden bis zur endgültigen Entscheidung über eine erneute Zulassung erteilt. Die für den Acker-, und Weinbau bedeutsamen Mittel sind in der Tabelle zusammengestellt:

PräparatWirkstoffZulassung verlängert bis
Input XproSpiroxamine+Prothioconazol+Bixafen31.05.2016
SanvinoFolpet+Amisulbrom30.09.2016
AdexarEpoxiconazol+Fluxapyroxad31.10.2016
SEGURIS, InnoProtect SegurisEpoxiconazol+Isopyrazam31.10.2016
ERGON u.a.Metsulfuron+Thifensulfuron30.06.2017

  • „Neuzulassungen“

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat nachfolgende Pflanzenschutzmittel neuzugelassen:

Mit Stallion SYNC Tec (Wirkstoffe: Clomazone+Pendimethalin) wurde ein neues Herbizid gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter in Dicke Bohne, Futtererbse und Ackerbohnen zugelassen. Das Mittel kann mit 3 Liter/ha in 200 bis 500 Liter Wasser/ha im Vorauflauf gespritzt werden. Maximal ist 1 Anwendung möglich. Die  Wartezeit wurde mit "F" eingestuft.

Anwendungshinweise: Die Anwendung des Mittels auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern muss mit einem verlustmindernden Geräte erfolgen. Folgende Mindestabstände sind einzuhalten: 50% - 20m, 75% - 15m, 90% - 5m. Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2% und Oberflächengewässern muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen mit einer Mindestbreite von 5m vorhanden sein (NW705).

Kantik (Wirkstoffe: Prochloraz, Tebuconazol, Fenpropidin) wurde mit einem erweiterten Anwendungszeitraum erneut zugelassen. Das Mittel kann gegen Echten Mehltau, Septoria tritici und Braunrost in Weizen und Dinkel (BBCH 31–61), gegen Echten Mehltau, Rhynchosporium, Netzflecken und Zwergrost in Gerste (BBCH 31–59), Echten Mehltau und Braunrost in Roggen (BBCH 31–59) und Echten Mehltau und Septoria-Arten in Triticale (BBCH 31–59) mit 2 Liter/ha in 200 bis 400 Liter Wasser/ha gespritzt werden. Maximal 1 Anwendung. Wartezeit: F.

Anwendungshinweise: Die Anwendung des Mittels auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern muss mit einem verlustmindernden Geräte erfolgen. Folgende Mindestabstände sind einzuhalten: 75% - 15m, 90% - 15m. Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2% und Oberflächengewässern muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen mit einer Mindestbreite von 20m vorhanden sein (NW706). Auf derselben Fläche innerhalb eines Kalenderjahres keine zusätzliche Anwendung von Mitteln, die den Wirkstoff Fenpropidin enthalten (NW712).

Die Wirkstoffkombination aus Mandipropamid+Difenoconazol in Revus Top wurde erneut zugelassen und kann wie bisher gegen die Kraut- und Knollenfäule und Alternaria-Arten in Kartoffel zur Anwendung kommen.