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Ackerbau – Bläuliche Verfärbung in Raps und Getreide und gelbe Gerstebestände?


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Mon Apr 04 09:25:55 CEST 2016

Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis und aus dem Kreis Schwäbisch Hall vom 24.03.2016

Obwohl die meisten Schläge mit Stickstoff und Schwefel angedüngt sind ist die vegetative Entwicklung der Kulturen momentan sehr langsam. Woran kann das liegen?

Die Hauptursache für den derzeitigen Kulturzustand sind die bisher noch „untätigen“ Böden. Tonhaltige Böden sind noch kalt und können deshalb die Freigabe von Nährstoffen nicht einleiten. Folglich ist die Nährstoffverfügbarkeit für die Pflanzen derzeit mehr als miserabel. Die Böden liefern nämlich nahezu keinen Stickstoff, Schwefel oder Mangan an die Pflanzen. Gerste möchte aufgrund der Tageslänge und den wärmeren Lufttemperaturen mit dem Wachstum loslegen, kann aber nicht richtig. Die Folgen sehen wir im Feld.

Rötlich bis violett gefärbte Winterweizen und Rapsbestände: Solche Verfärbungen in Raps und Getreide sind meist auf kühlen Standorten zu finden. Dabei handelt sich nicht um einen schweren, bodenbürtigen Nährstoffmangel, sondern um Aufnahmestörungen die letztlich nur der aktuellen Witterungslage geschuldet ist.

Hinweis: Kurzfristig kann dem mit phosphathaltigen Blattdüngern entgegnet werden. Eine Extraüberfahrt zur Düngerausbringung mit der Pflanzenschutzspritze lohnt aber nicht. Im unbedingt notwendigen Bedarfsfall scheint vielmehr die Zumischung zu Herbiziden oder Insektiziden am ehesten sinnvoll. Tipp: Auch organische Dünger (Gülle und Gärreste) können schnell verfügbare Nährstoffe liefern.

Aufgehellte, gelbe Gerstebestände: Landesweit ist zu beobachten, dass viele Wintergerstenbestände in den letzten Wochen zunehmend gelb werden. Dieses Phänomen konnte schon in den letzten Jahren im März mehr oder weniger ausgeprägt beobachtet werden. Grund dafür ist die Witterung.

Hinweis: Kurzfristig kann diesem Spurennährstoffmangel mithilfe von entsprechenden Blattdüngern begegnet werden, beispielsweise mit 1,0-1,5 kg/ha Mangannitrat, 1,0 Liter/ha Lebosol Mangan Gold SC oder mit 1,0 Liter/ha Folicin Mn plus flüssig.

Unser Rat: Pflanzenschutztechnisch ist gegen die genannten Symptome nichts zu machen. In den meisten Fällen erscheint es günstiger zu warten bis der ausgebrachte Dünger voll zur Wirkung kommt.