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Pflanzenschutzmittel – Zulassung nach Artikel 53, Zulassungsverlängerungen und -erweiterung


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Tue Apr 26 20:01:00 CEST 2016

Wichtige Informationen vom Regierungspräsidium Stuttgart vom 26.04.2016

Das BVL hat aufgrund von Notfallsituationen nach Artikel 53 eine befristete Zulassung ausgesprochen, aufgrund Artikel 51 eine Zulassungserweiterung ausgesprochen sowie auf Zulassungsverlängerungen hingewiesen. Ferner hat das BVL einen Änderungsbescheid für Plenum 50 WG ausgestellt. Das Anwendungsgebiet „Blattläuse in Endivien im Freiland“ ist für Plenum 50 WG ab sofort nicht mehr vorgesehen.

Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln aufgrund von Notfallsituationen nach Artikel 53:

Movento 100 SC (Wirkstoff: Spirotetramat): Die Ausbringung des Mittels gegen die Erdbeermilbe in Erdbeere im Freiland (Ertrags- und Vermehrungsanlagen) ist vom 1. Juni bis zum 28. September 2016 für 120 Tage zugelassen. Ab Warndienstaufruf können Ertragsanlagen nach dem Abmulchen (ab BBCH 91), Vermehrungsanlagen vor der Rodung (BBCH 41 bis 49) mit 1 Liter/ha und in 1.000 bis maximal 2.000 Liter Wasser/ha mit der Dreidüsengabel gespritzt werden.

Das Mittel wird als bienengefährlich eingestuft (B1). Es darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden, dies gilt auch für Unkräuter. Im Abstand von 10 Tagen sind maximal 2 Behandlungen möglich. Die Wartezeit wurde mit „F“ eingestuft.

SpinTor (Wirkstoff: Spinosad): Für SpinTor hat das BVL eine Zulassung für die Anwendung gegen die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) in Süß- und Sauerkirsche ab dem 01. Mai bis zum 28. August 2016, sowie für Pflaume, Zwetschge, Mirabelle und Reneklode ab dem 01. Juni 2016 bis zum 29. September 2016 für 120 Tage erteilt.

Nach festgestelltem Befall und Warndienstaufruf können bei fortgeschrittener Fruchtausfärbung bis Pflückreife maximal zwei Behandlungen mit 0,15 Liter/ha und je m Kronenhöhe in maximal 500 Liter Wasser/ha und je m Kronenhöhe (maximal 0,3 Liter/ha je Behandlung, maximal 0,6 Liter/ha in der Kultur) durchgeführt werden.

Der Abstand zwischen den Behandlungen beträgt mindestens 7 Tage. Wartezeit: 7 Tage. Das Mittel ist als bienengefährlich eingestuft (B1). Es darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden; dies gilt auch für Unkräuter.

Die Anwendung des Mittels auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern muss mit einem verlustmindernden Geräte erfolgen. Folgende Mindestabstände sind einzuhalten: 90% - 15 m. Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2% und Oberflächengewässern muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen mit einer Mindestbreite von 20 m vorhanden sein (NW706). Wenn Feldraine, Hecken oder Gehölzinseln angrenzen, ist zudem die Anwendungsbestimmung NT110 zu beachten.

Exirel (Wirkstoff: Cyantraniliprole): Für Exirel wurde die Zulassung für Notfallsituationen gegen die Kirschessigfliege in Süß- und Sauerkirsche vom 01. Mai bis 28. August 2016, in Pflaume, Zwetsche und Mirabelle vom 01. Juni bis 28. September 2016 erteilt.

Nach festgestelltem Befall bzw. Auftreten der Kirschessigfliege können bei fortgeschrittener Fruchtausfärbung bis Pflückreife maximal zwei Behandlungen mit 0,375 Liter/ha und je m Kronenhöhe in maximal 500 Liter Wasser/ha und je m Kronenhöhe (in Süß- und Sauerkirsche maximal 2,0 Liter/ha in der Kultur, in Pflaume, Zwetsche und Mirabelle maximal 1,5 Liter/ha in der Kultur) durchgeführt werden.

Der Abstand zwischen den Behandlungen beträgt 10 Tage. Wartezeit: 7 Tage. Das Mittel ist als bienengefährlich eingestuft (B1). Es darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden; dies gilt auch für Unkräuter. Auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern muss ein Mindestabstand von 15 Metern eingehalten werden. Mit verlustmindernden Geräten gelten folgende reduzierte Abstände: 50% - 10m, 75% - 5m, 90% - *. Wenn Feldraine, Hecken oder Gehölzinseln angrenzen, ist zudem die Anwendungsbestimmung NT109 zu beachten.

Erweiterung der Zulassung nach Artikel 51:

Kumar (Wirkstoff: Kaliumhydrogencarbonat) ist jetzt auch gegen Echte Mehltaupilze in Hülsengemüse im Freiland und im Gewächshaus zugelassen. Bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis kann das Mittel bei Pflanzengröße bis 50 cm mit 1,5 kg/ha in mindestens 600 Liter Wasser/ha, Pflanzengröße 50 bis 125 cm mit 2,25 kg/ha in mindestens 900 Liter Wasser/ha, Pflanzengröße über 125 cm mit 3 kg/ha in mindestens 1200 Liter Wasser/ha gespritzt werden. Es sind maximal 6 Behandlungen im Abstand von 7 bis 10 Tagen möglich. Wartezeit: 1 Tag.

Verlängerung von Zulassungen

Das BVL hat die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, deren Zulassung durch Zeitablauf endete, verlängert. Diese Zulassungsverlängerungen werden bis zur endgültigen Entscheidung über eine erneute Zulassung erteilt. Die für den Acker-, Gemüse- und Obstbau bedeutsamen Mittel sind in der Tabelle zusammengestellt:

PräparatWirkstoffZulassung verlängert bis
Merpan 80 WDGCaptan15.06.2016
Callisto, MARAN, u.a.Mesotrione31.07.2016
AGIL-SPropaquizafop31.05.2017
RisolexTolclofos-methyl31.05.2017
Risolex flüssigTolclofos-methyl31.05.2017