Tue Sep 19 20:39:50 CEST 2017 Uhr

Bitte melden Sie sich an

Suche 

Pflanzenschutzmittel – Wichtige Änderungen bei der aktuellen Zulassung


Bild vergrößern
Mon May 02 10:58:25 CEST 2016

Wichtige Informationen vom Regierungspräsidium Stuttgart vom 26.04.2016

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat aufgrund von Notfallsituationen nach Artikel 53 eine befristete Zulassung ausgesprochen. Außerdem hat es die Zulassung eines Mittels mit einem Zusatzstoff ermöglicht und im Vergleich dazu den Einsatz eines anderen Mittels verboten.

Zulassung aufgrund von Notfallsituationen nach Artikel 53: Das BVL hat für das Präparat Permit (Wirkstoff: Halosulfuron) eine Zulassung gegen Erdmandelgras (Cyperus esculentus) und Strandsimse (Bolboschoenus maritimus) in Silo- und Körnermais für die Zeit vom 1. Mai bis zum 28. August 2016 für 120 Tage erteilt.

Das Mittel kann im Frühjahr nach dem Auflaufen (1. Behandlung im 4-Blattstadium (BBCH 14), 2. Behandlung im 6-Blattstadium (BBCH 16) im Splittingverfahren mit 15 g/ha (Behandlung 1) und 20 g/ha (Behandlung 2) in jeweils 200 bis 400 Liter Wasser/ha gespritzt werden. Die Wartezeit wurde mit „F“ eingestuft.

Anwendungstechnische Hinweise: Keine Anwendung auf drainierten Flächen (NG405). Auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern muss ein Mindestabstand von 15 Metern eingehalten werden. Mit verlustmindernden Geräten gelten folgende reduzierte Abstände: 50% - 10m, 75% - 5m, 90% - 5m. Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung und Oberflächengewässern muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen mit einer Mindestbreite von 20 m vorhanden sein. Die Anwendung muss im Mulch- oder Direktsaatverfahren erfolgen. Wenn Feldraine, Hecken oder Gehölzinseln angrenzen, ist zudem die Anwendungsbestimmung NT108 zu beachten.

Das Mittel SpinTor (Wirkstoff: Spinosad) wurde vom BVL für die zeitlich befristete Anwendung gegen die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) in Pfirsich und Aprikose zugelassen. Das Mittel kann ab dem 01. Juni bis zum 28. September 2016 für 120 Tage in den genannten Kulturen und für die genannte Indikation eingesetzt werden.

Nach festgestelltem Befall bzw. Auftreten der Kirschessigfliege können bei fortgeschrittener Fruchtausfärbung bis Pflückreife maximal zwei Behandlungen mit 0,15 l/ha und je m Kronenhöhe in maximal 500 l Wasser/ ha und je m Kronenhöhe (maximal 0,3 l/ha je Behandlung, maximal 0,6 l/ha in der Kultur) durchgeführt werden. Der Abstand zwischen den Behandlungen beträgt mindestens 7 Tage. Wartezeit: 7 Tage.

Anwendungstechnische Hinweise: Das Mittel ist als bienengefährlich eingestuft (B1). Es darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden; dies gilt auch für Unkräuter. Die Anwendung des Mittels auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern muss mit einem verlustmindernden Geräte erfolgen. Folgende Mindestabstände sind einzuhalten: 90% - 15m. Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2% und Oberflächengewässern muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen mit einer Mindestbreite von 20m vorhanden sein (NW706). Wenn Feldraine, Hecken oder Gehölzinseln angrenzen, ist zudem die Anwendungsbestimmung NT110 zu beachten.

Zulassung für Select 240 EC mit neuem Zusatzstoff: Select 240 EC hat eine erneute Zulassung in vielen Anwendungsgebieten im Ackerbau-, Obstbau- und Gemüsebau erhalten. In vielen Anwendungsgebieten wurde Para Sommer als Zusatzstoff durch Radiamix ersetzt. In diesen Anwendungsgebieten konnte die Drainage-Auflage (NG 405) aufgehoben werden. Achtung: Die Aufbrauchfrist für das Mittel in alten Packungen (Zulassungsnummer: 004366-00) endet am 30.06.2016.

Einsatz von Calypso in Busch- und Stangenbohnen nicht mehr möglich! Der Rückstandshöchstgehalt für Thiacloprid in Busch- und Stangenbohnen wurde von 1,0 mg/kg auf 0,4 mg/kg abgesenkt. Der neue Wert gilt seit dem 12. Februar 2016. Rückstandsuntersuchungen zeigen, dass die Anwendung von Thiacloprid zu einer Überschreitung des neu festgesetzten Rückstandshöchstgehalt führen kann. Deshalb hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit entschieden, dass die Anwendungsgebiete Blattläuse in Busch- und Stangenbohnen im Freiland nicht mehr vorgesehen sind.