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Ackerbau – Einsatz von Fungiziden – Was ist zu beachten?


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Tue May 17 14:11:09 CEST 2016

Wichtige Informationen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis vom 12.05.2016

Der Einsatz von Fungiziden ist in der Praxis immer wieder von Fragen begleitet und liefert stets reichlich Diskussionsstoff. Frau Saddedine, die Pflanzenschutzexpertin vom LRA Schwarzwald-Baar-Kreis, erläutert worauf es im Wesentlichen ankommt und was zu beachten ist.

Die Expertin rät, Fungizide möglichst nur auf abgetrocknete Bestände auszubringen. In diesem Zusammenhang sollte es nach der Anwendung mindestens 1 bis 2 Stunden nicht regnen. Und ganz wichtig ist es die Auflagen und die Wirkungsweisen des jeweiligen Mittels zu kennen um damit entsprechend umgehen zu können.

Gewässerabstandsauflagen gilt es unbedingt zu beachten. Zum Wissen zählt, dass etliche Mittel können nur mit abdriftmindernden Düsen ausgebracht werden dürfen. Dazu gehören beispielsweise Produkte wie Capalo, Input, Gladio oder Amistar Opti. Achtung: Nach dem baden-württembergischen Wassergesetz dürfen entlang von vielen Gewässern ab Böschungsoberkante im 5m Bereich gar keine Pflanzenschutzmittel angewendet werden.

Zur Resistenzvorbeugung (beispielsweise Septora tritici in Winterweizen) dürfen keine Aufwandmengenreduzierungen vorgenommen werden. Ratsam ist es auch, Strobilurine nur in Mischung mit anderen Wirkstoffen auszubringen und Carboxamid-haltige Mittel (Xpro-Produkte, Adexar, Seguris, Champion, Bontima) auf einem Schlag nur einmal anzuwenden um bei nocmaliger Behandlung einen anderen Wirkstoff eizusetzen.

Bei Tankmischungen zwischen Wachstumsregler und Azolhaltigen-Fungiziden kann die Aufwandmenge des Wachstumsreglers um ca. 25% reduziert werden. Ethephonhaltige Wachstumsregler wie Camposan Extra oder Cerone 660 sollten in keinem Fall mit Azol-Fungiziden gemischt werden, denn u.U. ist eine Schädigung des betroffenen Bestandes die Folge!