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Pflanzenschutzmittel – Verlängerung, Erweiterung und Notfall dominieren die Zulassung!


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Thu Jul 14 10:11:03 CEST 2016

Wichtige Informationen vom Regierungspräsidium Stuttgart vom 04.07.2016

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Verlängerung der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, die Zulassung und Zulassungen aufgrund von Notfallsituationen nach Artikel 53 mitgeteilt.

Verlängerung von Zulassungen

Zulassungsverlängerungen werden bis zur endgültigen Entscheidung über eine erneute Zulassung erteilt. Die für den Acker-, Obst-, Gemüse- und Weinbau bedeutsamen Mittel sind in der Tabelle zusammengestellt:

PräparatWirkstoffZulassung verlängert bis
MAXIM XLFludioxonil+Metalaxyl-M30.11.2016
TaipanFluroxypyr31.12.2016
DOMINATOR NEOTEC u.a.Glyphosat31.01.2017
Durano u.a.Glyphosat31.01.2017
Platform SCarfentrazone+Mecoprop-P31.01.2017
Oblix 500Ethofumesat31.01.2017
TOUCHDOWN QUATTRO u.a.Glyphosat31.01.2017
Callisto, MARAN u.a.Mesotrione28.02.2017
SharkCarfentrazone30.04.2017
U 46 M-Fluid u.a.MCPA31.05.2017
FLOWSAN FSThiram30.04.2018
AcantoPicoxystrobin31.10.2018
SWORDClodinafop30.04.2019
Juwel(Epoxyconazol+Kresoxim-methyl30.04.2020

Zulassungen

Prosaro (Wirkstoffe: Tebuconazol + Prothioconazol) ist neu gegen Fusarium-Arten zur Minderung der Mykotoxinbildung in Mais zugelassen.

Das Mittel kann gegen Kolben- und Stängelbefall vom 3-Knoten-Stadium bis Ende der Blüte mit 1,0 Liter/ha in 200 bis 600 Liter Wasser/ha maximal einmal gespritzt werden. Die Wartezeit wurde mit „F“ eingestuft.

Achtung: Eine Behandlung zum empfohlenen Stadium „Mitte Rispenschieben bis Blühende“ ist nur noch mit einem Stelzen- oder Hochradschlepper möglich.

Die Mittel Axial 50, Traxos und Axial Komplett mit dem Wirkstoff Pinoxaden haben eine erneute, langfristige Zulassung erhalten. Die Mittel können wie bisher zur Anwendung kommen.

Für Axial 50 wurden folgende Anwendungsgebiete zusätzlich genehmigt:

In Dinkel, einschließlich Grünkernerzeugung

  • nach dem Auflaufen im Herbst ab 3-Blattstadium bis Ende Bestockung (BBCH 13-29) gegen Acker-Fuchsschwanz und Gemeiner Windhalm mit 0,9 Liter/ha in 200 bis 400 Liter Wasser/ha;
  • nach dem Auflaufen im Frühjahr (BBCH 13-29) gegen Flughafer und Gemeiner Windhalm mit 0,9 l/ha in 200 Liter bis 400 Liter Wasser/ha;
  • nach dem Auflaufen im Frühjahr (BBCH 13-29) gegen Acker-Fuchsschwanz mit 1,2 Liter/ha in 200 Liter bis 400 Liter Wasser/ha.

Zulassungen aufgrund von Notfallsituationen nach Artikel 53

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für:

Mospilan SG (Wirkstoff: Acetamiprid) eine Zulassung für die Anwendung gegen die Kirschessigfliege (Larven und erwachsene Tiere) in Weinrebe (Tafel- und Keltertraube, ausgenommen Weißweinsorten) für 120 Tage vom 01. Juli bis zum 28. Oktober 2016 erteilt.

Das Mittel kann nach festgestelltem Befall und Warndienstaufruf ab Beginn der Reife (BBCH 81 bis 85) mit 375 g/ha in maximal 800 Liter Wasser/ha gespritzt werden. Maximal ist eine Behandlung möglich. Die Wartezeit beträgt 14 Tage. Auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern muss ein Mindestabstand von 15m eingehalten werden. Mit verlustmindernden Geräten gelten folgende reduzierte Abstände: 50% - 10m, 75% - 10m, 90% - 5m.

Achtung: Wenn Feldraine, Hecken oder Gehölzinseln angrenzen, ist zudem die Anwendungsbestimmung NT109 zu beachten.

Piretro Verde (Wirkstoff: Pyrethrine) hat vom BVL eine Zulassung für 120 Tage ab dem 01. Juli bis zum 28. Oktober 2016 nur für die Anwendung im ökologischen Landbau gegen die erwachsene Kirschessigfliege in Süß- und Sauerkirschen, Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden (BBCH 85 bis 89) im Freiland erteilt.

Nach festgestelltem Befall und Warndienstaufruf können maximal drei Behandlungen mit 0,8 Liter/ha und Meter Kronenhöhe in maximal 500 Liter Wasser/ha und Meter Kronenhöhe durchgeführt werden. Zwischen den Behandlungen ist ein Abstand von mindestens 2 Tagen einzuhalten. Die Wartezeit beträgt einen Tag.

Achtung: Piretro Verde ist als bienengefährlich eingestuft (B1). Es darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden; dies gilt auch für Unkräuter. Die Anwendung des Mittels auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern muss mit einem verlustmindernden Geräte erfolgen. Folgende Mindestabstände sind einzuhalten: 90% - 30m.

CURATIO (Wirkstoff: Schwefelkalkbrühe) wird die Zulassung für die Zeit vom 20. Juli bis zum 16. November 2016 für 120 Tage erteilt.

Das Mittel darf gegen „Marssonina-Blattflecken“ und Regenflecken in Kernobst ab Infektionsgefahr bzw. nach Warndienstaufruf ab BBCH 74 mit 6 Liter/ha und je Meter Kronenhöhe in maximal 500 Liter Wasser/ha/Meter Kronenhöhe gespritzt oder gesprüht werden. Maximal sind drei Behandlungen in dieser Anwendung möglich, 15 für die Kultur bzw. je Jahr. Die Wartezeit beträgt genau 21 Tage.

Achtung: Die Anwendung des Mittels auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern muss mit einem verlustmindernden Geräte erfolgen. Folgende Mindestabstände sind einzuhalten: 50% - 20m, 75% - 15m, 90% - 5m. Wenn Feldraine, Hecken oder Gehölzinseln angrenzen, ist zudem die Anwendungsbestimmung NT109 zu beachten.