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Ackerbau – Heute im Expertenvisier: Winterraps und Wintergetreide


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Mon Oct 10 10:03:43 CEST 2016

Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 07.10.2016

H. Lindner, der Pflanzenschutzfachmann aus dem Main-Tauber-Kreis beschreibt die derzeitige Situation im Main-Tauber-Kreis und gibt spezielle Empfehlungen für Winterraps und Wintergetreide.

Winterraps: Die Mehrzahl der Winterrapsflächen kommt nun deutlich ins Wachstum. Im Gegensatz zu den unterentwickelten Beständen gibt es wenige Flächen die Gefahr laufen zu Überwachsen. Unsere Empfehlungen zu anstehenden Maßnahmen lauten wie folgt:

  • Gute Bestände: Eine Wuchsregulierung kann mit 0,6-1,0 Liter/ha Folicur, Matador oder Propulse durchgeführt werden. In zum Überwachsen neigenden Beständen können auch Carax oder Toprex angewendet bzw. zugemischt werden.
  • Unterentwickelte Bestände: Die dringlichste Behandlung ist oft eine Maßnahme gegen Ausfallgetreide und Ackerfuchsschwanz. Dafür eignen sich die bekannten Gräsermittel. Der Zusatz eines borhaltigen-Blattdüngers ist empfehlenswert.
  • Vor allem auf Kamillenstandorten kann jetzt noch Butisan Top oder Runway eingesetzt werden. Dabei ist aber zu bedenken, dass solche Maßnahmen zu deutlichen Wuchshemmung führen.
  • Tipp: Erdflohfraß führt teilweise zu Problemen. Bei Überschreiten der Schadschwelle von 10% Blattfraß kann ein pyrethroidhaltiges Insektizid zugesetzt werden. Das sollte aber nur geschehen, wenn die Schadensschwelle tatsächlich überschritten ist.
  • Schlechte Bestände: Die Entscheidung den Raps „aufzugeben“ und umzubrechen erfolgt in den meisten Fällen erst im Frühjahr. Durch das gute Kompensationsvermögen des Rapses ist bei einer durchschnittlichen Verteilung eine Pflanzenzahl von 8-10 Pflanzen/m² ausreichend dafür, dass die Kultur stehen bleibt.

Wintergetreide: Durch die jetzt vorhandene Bodenfeuchte sind die ersten Saaten sowie auch Ungräser wie Ackerfuchsschwanz und Trespe aufgelaufen. Bei Problemen mit Ackerfuchsschwanz in Wintergerste sollten diese jetzt zeitnah angegangen werden.

  • Im Vorauflauf bietet sich dazu der Einsatz von Herold SC (0,5 bis 0,6 kg/ha) an. Ist der Ackerfuchsschwanz schon sichtbar und überwiegend aufgelaufen (im 3 Blattstadium der Gerste) kann auf drainierten Flächen 0,9 Liter/ha Axial oder auf nicht drainierten 1,0 bis 2,0 Liter/ha IPU zugesetzt werden. Alternativ kann anstatt Herold auch der Cadou Forte Set verwendet werden.
  • Für den Nachauflaufeinsatz eignen sich nach wie vor die bewährten Mischungen mit Stomp Aqua, Additon, Malibu mit Axial 50 bzw. IPU.