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Winterraps - Schädlinge


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Fri Sep 16 13:10:41 CEST 2016

Sachsen-Anhalt:

Die Entwicklung der Rapsbestände gestaltet sich aufgrund der extremen Trockenheit recht unterschiedlich. Viele Bestände laufen erst auf. Auf Flächen, auf denen Regen den Boden oberflächlich durchfeuchten konnte, hat der Raps bereits das 4-Blatt-Stadium erreicht.

In den vom amtlichen Pflanzenschutzdienst aufgestellten Gelbschalen werden bislang nur wenige Rapserdflöhe gefangen. Oftmals sind die Blätter augenscheinlich mehr geschädigt. Lediglich im Dienstgebiet des ALFF Altmark (Buchholz) und ALFF Anhalt (Bornum) nimmt der Befall langsam zu. Beachten Sie den Pflanzenschutz-Warndienst-Hinweis Nr. 28-2016 vom 01.09.2016.

In den letzten Tagen hat der Befallsdruck durch die Kohlmotte u.a. in Ermsleben (ALFF Mitte) und im Zerbster Raum (ALFF Anhalt) verstärkt zugenommen. Örtlich werden nicht nur Falter in den Gelbschalen sondern bereits erste Larven vorrangig auf der Blattunterseite festgestellt (siehe Foto). Das vorherrschende sehr warme, trockene Wetter begünstigt eine deutlich kürzere Entwicklungszeit vom Ei bis zum Falter. Kohlmotten verursachen auf den Blattspreiten einen typischen Fensterfraß, der sich über 2-4 Wochen hinziehen kann. Zur Bekämpfung können die im Winterraps zugelassenen Insektizide mit der Indikation beißende Insekten eingesetzt werden (siehe auch Broschüre: Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland 2016, S. 200f).

Auf Einzelflächen finden sich weiterhin Rübsenblattwespen. Die anfänglich hellgrün, dann dunkelgrün bis samtschwarz gefärbten Raupen der Rübsenblattwespe führen zunächst blattunterseits einen Fenster- und Lochfraß durch. Ältere Raupen verursachen einen Rand- bis Kahlfraß. Der Bekämpfungsrichtwert für die Rübsenblattwespe liegt im Herbst bei einer Larve pro Pflanze, der bisher noch nicht erreicht wurde. Zudem wurden im geringen Umfang erste Erdraupenlarven im Bereich ALFF Anhalt (Lindau) festgestellt. Der Bekämpfungsrichtwert liegt im Herbst bei 4 Larven pro m².

Kontrollieren Sie Ihre Rapsschläge in regelmäßigen Abständen auf das Auftreten tierischer Schaderreger. Führen Sie insektizide Maßnahmen nur nach jeweiliger Richtwertüberschreitung durch. Berücksichtigen Sie bei Ihren Entscheidungen, dass eingesetzte Pyrethroide bei hohen Temperaturen schlechter wirken.