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Wachstumsregulierung und Krankheitsbekämpfung


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Thu Sep 22 08:38:35 CEST 2016

Sachsen-Anhalt: Abhängig vom Drilltermin und vor allem durch die bis zum Wochenende anhaltende Trockenheit ist die Entwicklung der Rapsbestände sehr unterschiedlich. Die ersten Bestände erreichen jetzt BBCH 16-18. Später gedrillte Bestände sind erst vor kurzem und zögerlich gekeimt. Hier ist eine sehr unterschiedliche Entwicklung zu beobachten, viele Pflanzen sind dort erst im Keimblattstadium. Die Niederschläge vom Wochenende kamen hier hoffentlich gerade noch rechtzeitig.

Der Fungizid- bzw. Wachstumsreglereinsatz im Herbst ist keine Standardmaßnahme! Er sollte vorrangig im Hinblick auf die wachstumsregulatorische Wirkung erfolgen. Wichtig: Nur in weiter entwickelten Beständen macht die Maßnahme derzeit Sinn! Zu frühe Maßnahmen in Beständen, bei denen die meisten Pflanzen noch im Keimblattstadium sind, sollten unterbleiben, um die Pflanzen keinem zusätzlichen Stress auszusetzen. Für eine Entscheidung zur Behandlung zurückgebliebener Bestände (zur Erhöhung der Winterfestigkeit) ist noch Zeit.

Die meisten für die Anwendung im Herbst zugelassenen Fungizide können in den Indikationen Verbesserung der Standfestigkeit bzw. Erhöhung der Winterfestigkeit eingesetzt werden. Etwa ab dem 4-Blatt-Stadium kann eine solche Maßnahme notwendig sein, wenn die Bestände früh gedrillt wurden, sich rasch entwickelt haben, gut mit Stickstoff versorgt sind und daher zum Überwachsen neigen. Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt meist zwischen dem 4- bis 6-Blatt-Stadium. Die Aufwandmengen sollten dem Einsatzzeitpunkt angepasst werden. In früheren Stadien genügen meist 75 % der zugelassenen Aufwandmenge, um ein übermäßiges Längenwachstum zu verhindern. Ab Oktober und bei weit entwickeltem Raps (BBCH 16-18) werden höhere Aufwandmengen empfohlen. Es bestehen Sortenunterschiede hinsichtlich der Wüchsigkeit, Standfestigkeit und Winterhärte. Auch daran sollten sich die Aufwandmengen orientieren. Für eine gute Wirkung der Maßnahme ist wüchsige Witterung (Tagestemperaturen um 15°C) erforderlich.

Besonders feucht-warme Witterung während der Jugendentwicklung bietet einigen Pilzkrankheiten, wie z.B. dem Falschen Mehltau und auch der Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma lingam) günstige Bedingungen. Ausgangspunkt für Phoma-Infektionen können die auf befallenen Rapsstoppeln von Nachbarschlägen vorhandenen Fruchtkörper des Pilzes sein. Eine gezielte Phomabekämpfung mit entsprechenden Wirkungsgraden im Herbst setzt höhere Aufwandmengen (80 bis 100 %) und einen optimalen Anwendungstermin voraus. Zur Erhöhung der fungiziden Leistung sind dann evtl. auch Tankmischungen sinnvoll (z.B. Tilmor 0,6 + Carax 0,4). Bisher wurde jedoch noch kein Auftreten von Phoma lingam gemeldet. Eine Auswahl der für die Herbstanwendung zugelassenen Präparate sowie weitere ausführliche Hinweise entnehmen Sie bitte unserer „Pflanzenschutzempfehlung Ackerbau und Grünland 2016“, Seite 191 ff.