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Maßnahmen im Winter


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Mon Dec 12 11:49:53 CET 2016

Sachsen-Anhalt: Eingelagertes Obst und Gemüse ist regelmäßig zu kontrollieren. Kleine Verletzungen der Schale oder Schorfwunden sind Eintrittspforten für die Erreger verschiedener pilzlicher Lagerkrankheiten. Neben pilzlichen Krankheiten sind auch physiologische Fäulen möglich, z. B. Stippigkeit oder Schalenbräune. Auch lagerndes Gemüse (Kohl, Möhren, Zwiebeln, Sellerie u. a.) ist auf Fäulnis zu überprüfen. Möglich sind auch Fraßschäden durch Mäuse, die sich aufgrund von Nahrungsmangel im Keller und ähnliche Räume zurückziehen. Mäuse und Ratten sind mit Fallen oder Köderpräparaten bekämpfbar.

 Jüngere Obstgehölze oder Rosenbüsche sind aufgrund des Nahrungsmangels bei Wildtieren im Winter durch Wildverbiss gefährdet. Schäden entstehen durch Benagen bzw. Schälen der Rinde, Verbiss von Trieben und Knospen sowie Fegeschäden im Frühjahr durch Rehböcke.

Merkbare Schädigungen treten vor allem in strengen Wintern mit anhaltender Schneedecke auf. Besonders gefährdet sind Apfel und Sauerkirsche. Stämme können durch Baummanschetten u. ä. geschützt werden. Zur chemischen Verhütung von Wildschäden dienen Wildverbissmittel, die als Verbissschutz auf die Gehölze aufgebracht werden. Zugelassene Präparate sind:

 

gegen Wildverbiss von Wild, Feldhase, Wildkaninchen bei Obst- und Ziergehölzen:

Certosan oder                                     ganzjährig, nicht bei Frost ausbringen, max. 1 Beh. pro Jahr

proagro Wildverbissschutz oder         0,5 g/Stamm, Wasseraufwand 5ml/Stamm

WildStopp                                           Spritzen, Streichen oder Tauchen

 

gegen Schälschäden von Rot-, Dam-, Sikawild (Obstgehölze) und Schälschäden Biber (Obst- und Ziergehölze:

Wöbra oder                                         ganzjährig, max. 1 Anwendung

proagro Schäl- und Fraßstopp            250 g/Stamm, unverdünnt streichen

Besitzer von immergrünen Gehölzen sollten in den bevorstehenden Monaten ihre Hecken und Sträucher nicht vergessen. Im Frühjahr und Frühsommer erhielten wir zahlreiche Anfragen zu geschädigten Koniferen (verbräunte Nadeln). Da keine parasitären Ursachen festgestellt werden konnten, lag der Verdacht bei Wassermangel. Der fehlende Schnee und die geringen Niederschläge bis weit ins Frühjahr sorgten bei verschiedenen immergrünen Nadelgehölzen (z. B. Thuja „Smaragd“) für Absterbeerscheinungen. Das fein verzweigte Wurzelwerk dieser Gehölze verläuft sehr flach und oberflächennah. Es reagiert äußerst empfindlich auf Bodentrockenheit.

Außerdem sind immergrüne Gehölze im Winter bei sonnigem Frostwetter gefährdet, weil die Blätter bzw. Nadeln in der Sonne auftauen und Wasser verdunsten. Da der Boden gefroren ist, besteht keine Wasseraufnahmemöglichkeit für die Pflanze. Durch Wind wird die Austrocknung noch verstärkt. In der Folge vertrocknen die Blätter bzw. Nadeln mehr oder weniger stark.

Die herbstlichen Niederschläge haben bisher noch nicht gereicht, um die Bodenwasservorräte ausreichend zu füllen. Abhängig vom Witterungsverlauf der nächsten Monate sollte bei immergrünen Gehölzen für ausreichend Bodenfeuchtigkeit gesorgt werden. Weiterhin kann es hilfreich sein, den Boden um das Gehölz mit organischem Material zu bedecken, z. B. mit Laub oder Kompost. Somit kann möglicherweise verhindert werden, dass der Boden zu stark austrocknet oder einfriert.