Ausfallgetreide in den Rapsbeständen frühzeitig beseitigen

Entgegen allen Wettervorhersagen bleibt uns die trockene Witterung erhalten. Zeitig gesäte Rapsbestände beginnen aufzulaufen. Auf vielen Flächen läuft nun auch Ausfallgetreide auf und steht insbesondere in den Mähdrescherspuren sehr dicht. Das Ausfallgetreide stellt bei dieser Witterung eine enorme Konkurrenz um das knappe Wasserangebot dar. Daher muss Ausfallgetreide schon im 1-Blattstadium beseitigt werden. Da das Ausfallgetreide sicherlich über einen längeren Zeitraum auflaufen wird, wird eine zweite Maßnahme gegen das Ausfallgetreide notwendig werden. Bei der Mittelwahl muss unbedingt auf den Zulassungszeitraum geachtet werden. Manche Mittel sind erst ab dem Keimblattstadium, andere erst ab dem 2 bzw. 3-Blattstadium zugelassen. Aufgrund der Mittelpreise und der Verträglichkeit, sollten bei dem frühen Einsatz auf DIM´s (Focus Ultra, Select 240, Evolution, u.a.) verzichtet werden. Diese sind zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es auch um Ackerfuchsschwanz oder Windhalm geht von Bedeutung.

Generell ist bezüglich der Endwirkung auf Ausfallgetreide kein Unterschied zwischen den blattaktiven Gräsermitteln zu erkennen, wohl aber in der Wirkungsgeschwindigkeit. So wirken die Mittel mit dem Wirkstoff Fluazifop-P (Flua Power, Fusilade Max/Frequent Max) schneller als Mittel mit dem Wirkstoff Propaquizafop (Agil-S, Ready). Diese wirken schneller als Mittel mit dem Wirkstoff Quizalofop-P (Leopard, Maceta 50, Targa Super, Panarex). 

Häufig liest man in Empfehlungen geringere Aufwandmengen gegen Ausfallgetreide, wobei sich Gerste deutlich besser bekämpfen lässt als Triticale oder Winterweizen. Eine Reduzierung der Aufwandmenge verlangsamt jedoch die Wirkgeschwindigkeit, und gerade diese ist in der jetzigen Situation gefragt. Die Resistenzsituation gegenüber Ackerfuchsschwanz und Windhalm ist bei diesem frühen Einsatztermin nicht von Bedeutung, da diese Gräser noch nicht auflaufen.

Eine Mittelübersicht finden Sie auch in der aktuellen WD-Broschüre auf Seite 39.

Kombinationen mit anderen Herbiziden gegen Unkräuter sind möglich. Lediglich beim späteren Einsatz von Belkar oder Ladiva sind einige der o.g. Mittel nicht mischbar 

Hinweis der Fa. Corteva zu Mischungen mit Ladiva:

  • Mischungen mit Graminiziden (Flua®1 Power, Fusilade®1 Max, Clethodim-haltige Produkte, Focus®1-Activ und Panarex®1) sind möglich. 
  • Mischungen mit Clethodim-haltigen Produkten (bis max. 120 g Wirkstoff je Hektar) sind bis Ende September möglich. Keine weiteren zusätzlichen Mischpartner hinzufügen. 
  • Keine Mischung mit Agil®1 S. 
  • Keine Mischung mit Quizalofop-haltigen Produkten außer Panarex®1 . 
  • Mischungen mit Fungiziden (Tebuconazole, Architect®1) sind möglich. Keine Tankmischung und Spritzfolge mit Metconazol-haltigen Fungiziden

 

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