Ergebnisse der Aufwuchshöhenmessung vom 04.05.26

Bei der ersten Messung im Mai sind mit 12 Standorten schon fast die Hälfte der Messstellen gemäht worden. Somit bleiben noch 16 Schläge in den mittleren und späten Lagen, auf denen der erste Schnitt noch ansteht. Dabei wurde der aktuell höchste Aufwuchs in Burbach gemessen (46 cm). Beim sonnigen Wetter der vergangenen Woche konnten die Bestände zum Teil kräftig zulegen. Die zum Wochenende eingesetzten Niederschläge sorgen für gute Wiederaustriebsbedingungen auf den bereits gemähten Flächen. Auf den mittleren Lagen haben die ersten frühen Weidelgräser mit dem Ährenschieben begonnen und somit die optimale Schnittreife erreicht. Die derzeit gemeldete Schönwetterphase am Ende der Woche können die dortigen Betriebe nutzen, um ihren ersten Schnitt einzufahren.
Leguminosen im Dauergrünland – Einfluss nehmen auf die Rotkleeausdauer
Vor dem Hintergrund der hohen Stickstoffdüngerpreise wäre es sinnvoll, den kleinkörnigen Leguminosen wieder mehr Beachtung zu schenken. Die Luftstickstoffbinder sind in der Lage, Dauergrünlandbestände nutzungselatischer, trockentoleranter und qualitativ hochwertiger zu gestalten. Neben dem Weißklee, der eher zur Förderung der Bestandesdichte beiträgt, zeichnet sich der Rotklee eher über Ertrag und Qualität aus. Im Gegensatz zum Weißklee ist der Rotklee aber leider nicht ausdauernd, was an den unterschiedlichen Wurzelsystem der beiden Leguminosen liegt. Der Weißklee ist über Kriechtriebe (Stolonen) zur vegetativen Ausbreitung fähig, was dem Rotklee durch seine Pfahlwurzel nicht möglich ist. Dessen Ausdauer lässt aber durch kluges Schnittmanagement zumindest etwas verlängern. Dazu ist ein Blick auf die Sprossachse notwendig. Ähnlich wie bei Obergräsern auch gleichen die oberirdischen Pflanzenbestandteile nach dem Schnitt einer Getreidestoppel. Die Restassimilationsfläche zum Wiederaustrieb ist sehr gering, weshalb der Rotklee Pflanzenreserven in Form verschiedener Kohlenhydrate aus der Wurzel bzw. der Wurzelkrone mobilisieren muss. Dieser Prozess hält für für ca. 2 Wochen an, bis die Pflanze wieder genug Blattmasse gebildet hat. In der anschließenden Einlagerungsphase dauert es nun nochmal ca. 2 Wochen, bis die Kohlenhydratreserven wieder aufgefüllt sind. Daher gilt bei der Nutzung von Rotklee im Dauergrünland die 30-Tage-Regel: zwischen 2 Schnitten sollten immer mindestens 30 Tage liegen, damit der Rotklee seine Wurzelreserven wieder auffüllen kann (Abb. 3) Die Ausdauer lässt sich dadurch zwar nicht unbegrenzt verlängern, aber zumindest positiv beeinflussen. Intensive Weidebetriebe hingegen sollten sich das Geld für eine Rotkleenachsaat sparen und eher auf den Weißklee setzten, da dieser auch deutlich kürzere Nutzungsintervalle hervorragend meistern kann.

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