Es ist noch zu warm für Kerb im Raps

Die Temperaturen gehen langsam zurück und pendeln sich laut Vorhersage knapp unter 10 Grad Tageshöchsttemperatur ein. Nachts kann es bedeutend kühler, bis hin zum Bodenfrost werden. Dennoch ist es für den Einsatz von Kerb oder Milestone gegen Gräser im Raps noch zu früh bzw. zu warm. Kerb soll während der Vegetationsruhe zum Einsatz kommen, wenn die Tageshöchstwerte deutlich unter 10 Grad (<5 Grad9 liegen und Niederschläge in Aussicht sind, da der Wirkstoff ausschließlich über die Wurzel der Gräser aufgenommen wird. 

Da es weiterhin trocken bleiben soll, kann noch abgewartet werden bis kühlere Regen gemeldet sind. Der Einsatz ist auch in kräftigen Rapsbeständen mit großen Blättern kein Problem, da das Mittel von den Blättern abläuft und in den Boden verlagert wird, wo es von den Gräser Wurzeln aufgenommen wird. Die Mischung mit Insektiziden und anderen Partner ist daher wenig sinnvoll. 

Nach dem Kerbeinsatz und Umbruch im Frühjahr ist kein Anbau von Sommergetreide möglich. Nach Pflugfurche sind Kartoffeln, Mais, Erbsen, Leguminosen, Sommerraps und Sonnenblumen möglich. Nach dem Einsatz von Milestone und Pflugfurche ist nur der Anbau von Mais, Sommerraps oder Kohl möglich.

Allgemeine Hinweise zum Einsatz von Kerb und Milestone

Für die Behandlung müssen die Bestände mindestens 4 Blätter haben (EC14). Größere Bestände mindern durch Abdeckung der Gräser die Wirkung nicht. Der Wirkstoff Propyzamid wäscht durch Niederschlag von den Blättern ab und wirkt über den Boden. Ackerfuchsschwanz, Windhalm, Trespen, Weidelgras und Jährige Rispe werden erfasst. Der Einsatz sollte erst ab Tagestemperaturen von unter 5°C erfolgen. Höhere Temperaturen beschleunigen den Wirkstoffabbau im Boden, und rufen Minderwirkungen hervor. Während der Vegetationsruhe (Bodentemperaturen <10°C) kann in den Wintermonaten (bis Ende Januar) z.B. mit den Propyzamid-Produkten Kerb Flo, Groove oder Cohort mit 1,25 l/ha gearbeitet werden. Resistenten Ackerfuchsschwanz und Ausfallgetreide erfasst man mit 1,875 l/ha. Bei (noch) sensiblen Ungraspopulationen ohne Ausfallgetreide reicht die kleinere Aufwandmenge. Beim Wasseraufwand sollen 200 l/ha nicht unterschritten werden. Höhere Wasseraufwandmengen verbessern die Wirksamkeit der Maßnahme. Für die Applikation sind sehr grobtropfig zerstäubende Düsen mit 90% Verlustminderung (zB. IDN IDK N…) zu bevorzugen. Diese sind gerade im niedrigeren Druckbereich weniger Abdriftgefährdet, und transportieren den Wirkstoff am sichersten auf die Zielfläche (Boden). Die Wirkung des Herbizides ist erst im kommenden Frühjahr erkennbar, wenn die Gräser im unteren Halmbereich verdickt sind und sich leicht aus der Erde herausziehen lassen.      

Autoren

Tags

Hinweisdienste