Frühblüher im Raps - Ein Problem?
Eigentlich nicht. Eine gewisse Einschränkung besteht beim Einsatz von B2 Mitteln bzw. Kombinationen. Hier darf der Einsatz erst nach dem täglichen Bienenflug bis 23.00 Uhr erfolgen. Der Beginn der Maßnahme muss entsprechend dokumentier werden.
Diese frühblühenden Pflanzen findet man in diesem Jahr auf vielen Rapsflächen. Meist handelt es sich um Ausfallraps, der zwischen den Reihen steht (siehe Bild). Bei dem Ausfallraps handelt es sich i.d.R. um die F1 Generation von Hybridsorten, teilweise aber auch um weitere Generationen von Ausfallraps von vor einigen Jahren, der schon in früheren Rapsbeständen als Ausfallraps stand und so immer weiter aufgespalten ist. Manchmal steht er aber auch innerhalb der Drillreihe, was die Vermutung nahelegt, dass es sich dabei um eine Sortenvermischung handeln könnte. Dies kommt jedoch äußerst selten vor, der Nachweis ist schwierig.
Die Zentrale Frage in diesem Zusammenhang ist jedoch, ob dies ein Problem darstellt. Ich denke nicht. zumindest wenn es sich nur um Einzelpflanzen handelt. Betrachte man diese als sogenannte „Opferpflanzen“ könnten sie sogar von Vorteil sein. Die früh blühenden Pflanzen ziehen verstärke Rapsglanzkäfer an, die sich auf diese Nahrungsquelle stürzen. Die Theorie dahinter ist, dass sie bei diesem Nahrungsangebot die Knospen der späteren Pflanzen verschonen. Selbst wenn die „Opferpflanzen“ komplett ausfallen, wird man dies im Ertrag nicht merken.
Was die Entscheidung über einen Wachstumsreglereinsatz angeht, sollte man sich nicht an diesen Pflanzen orientieren. Maßnahmen der Bestandesführung und Düngung sollte man immer an der Masse der im Bestand vorkommenden Pflanzen ausrichten.
Also, Frühblüher sind kein Problem, sie spiegeln lediglich die Problematik des Nacherntemanagement der Rapsstoppel wider. Wir werden zu gegebener Zeit auf dieses Problem eingehen.