Gedanken zur Stoppelbearbeitung und Nacherntemanagement 2026
Wer hätte gedacht, dass es so lange heiß und trocken bleibt. Noch im Juni waren die Fachzeitschriften voll mit Artikeln zu o.g. Thema. Dabei ging es in erster Linie Ausfallgetreide und Schadgräser frühzeitig zum Auflaufen zu bringen. Dieses Ziel kann man bei den anhaltenden Witterungsbedingungen sicher hintenanstellen. Bevor der Boden nicht richtig durchfeuchtet wird und vor allem abkühlt, wird sich bezgl. des Auflaufens von Gräsern und Unkräutern wenig tun. Auch die Strohrotte wird bei den momentanen Bedingungen nicht in Gang kommen. Das heißt aber nicht das jetzt gar kein Stoppelsturz erfolgen soll. Insbesondere Flächen, auf denen ab Mitte August Raps ausgesät werden soll, müssen jetzt bearbeitet werden. Ein pauschales Rezept mit welchem Gerät wie gearbeitet werden soll, gibt es nicht. Wichtig ist sich über das Ziel des jeweiligen Arbeitsganges im Klaren zu sein. Auf keinen Fall dürfen jetzt feste Kluten aus dem Boden gebrochen werden. Je nach Boden kann es sein, dass mehrere Bearbeitungsgänge erfolgen müssen. Je harter und fester der Boden, desto flacher muss der jeweilige Bearbeitungsgang erfolgen. Bei solchen Bedingungen darf pro Bearbeitungsgang nicht mehr als 5 cm gelockert werden. Das bedeutet, für eine 20 cm tiefe Lockerung sind 4 Bearbeitungsgänge notwendig. Fällt der Boden locker auseinander kann auch tiefer bearbeitet werden. Es muss sichergestellt werden, dass die Rapsaussaat kurz vor dem Wetterumschwung in ein optimales, abgesetztes und feinkrümmeliges Saatbett erfolgen kann. Wer für die Rapsaussaat auf Regen warten muss bevor er ein Saatbett bereiten kann, ist den ersten Kompromiss schon eingegangen. In den vergangenen Jahren mit trockenen Bedingungen zur Rapsaussaat hat sich häufig bewährt, die tiefe Lockerung unmittelbar vor der Rapsaussaat zu machen. Morgens Pflügen und nachmittags säen hat oft zu einem geleichmäßigen Feldaufgang geführt. Dies wird in diesem Jahr so nicht funktionieren.
Niemand kann vorhersagen, wie stark der Druck des Rapserdflohs in diesem Jahr sein wird. Was jedoch recht sicher ist, ist das die Resistenz der Erdflöhe gegenüber Pyrethroiden geblieben ist. Wir haben also keine Möglichkeit einen starken Befall von Erdflöhen im Keimblattstadium zu bekämpfen. Der Raps muss also am besten vor dem Zuflug der Erdflöhe Laubblätter gebildet haben, was durch einen entsprechend frühen Saattermin zu erreichen ist. Da bis Ende der ersten Augustwoche noch keine nennenswerten Niederschläge zu erwarten sind, wird die Rapsaussaat kurz vor dem Wetterumschwung erfolgen müssen. Der Wetterumschwung wird kommen und es ist durchaus möglich das dieser mit ergiebigen Niederschlägen einhergeht (das müssen keine Starkregenereignisse sein). Dies kann den Saattermin schnell einige Tage nach hinten schieben mit der Gefahr das das Auflaufen des Rapses mit dem Reifungsfraß des Rapserdflohs zusammenfällt. Fallen die Niederschläge zur Rapsaussaat nur gering aus und muss nach dem Niederschlag noch eine tiefe Bodenbearbeitung erfolgen, vergeuden wir wertvolles Wasser, welches zum Keimen und Auflaufen der Saat benötigt wird.