Grünlandaufwuchs 13.04.2026

Beim zweiten Messdurchgang lassen hohe Bestandeszunahmen weiter auf sich warten. Weiterhin ganz vorne dabei sind Schankweiler und Berscheid mit jeweils 27 cm. Hier konnten auch die höchsten Zuwächse erfasst werden. Was außerdem auffällt, sind die Unterschiede zwischen den früheren Lagen und den eigentlich späten Höhenlagen. Diese fallen bei weitem nicht so hoch aus, wie noch in den Vorjahren. Von den neu hinzugekommenen Standorten stieg Burbach mit 21 cm am besten ein.
 

Grün ist nicht grundsätzlich gut…Problemgras gemeine Rispe
Wie in jedem Frühjahr gilt es, sich nicht davon blenden zu lassen, dass auf den Grünlandflächen saftig grüne Gräser stehen. Denn bei genauerem Hinsehen kann sich der tolle, dichte Bestand, bei dem die Gräser sprichwörtlich „wie die Haare auf dem Hund“ stehen als gemeine Rispe Vermehrungsfläche entpuppen. Diese hat bei der aktuell ausreichenden Bodenfeuchtigkeit einen massiven Vorteil gegenüber den anderen Arten. Denn anders als die wertvollen Dauergrünlandgräser besitzt sie ein nur sehr flaches Wurzelwerk von wenigen Zentimetern Tiefe. Die Rhizosphäre der gemeinen Rispe ist somit schon im zeitigen Frühjahr auf „Betriebstemperatur“. Somit ist die gesamte Pflanze auch bei noch geringen Bodentemperturen bereits früh im Jahr aktiv und beginnt sich in Bestandeslücken auszubreiten. Nach dem ersten Schnitt lässt die Nachwuchslesitung allerdings deutlich nach und das Gras kümmert in unteren Bereich des Pflanzenbestandes herum. Am besten zu erkennen ist die gemeine Rispe an dem sehr langen Blatthäutchen. Außerdem lässt sich die gesamte Pflanze inklusive Wurzel ausreißen. Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es im Frühjahr praktisch keine. Bei einem Versuch in der Schweiz (Sauter und Latsch, 2013) konnte über 4 Jahre hinweg durch Striegeln und Nachsaat (10 kg/ha) im Frühjahr der Besatz an gemeiner Rispe um lediglich 3% verringert werden. Hier gilt es abzuwarten. Denn das flache Wurzelwerk wird dem Ungras im Sommer zum Verhängnis und die Pflanze vertrocknet bereits nach kurzen Trockenphasen. Das abgestorbene Pflanzenmaterial kann nun herausgestriegelt und im Idealfall abgefahren werden.

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