Grünlandmonitoring Teil 3
Auf den Grünlandbeständen des Monitorings konnten in der dieser Woche kräftige Zuwachse gemessen werden. Mit 9 cm hatten die Standorte Olk und Pintesfeld die höchste Steigerung im Vergleich zur Vorwoche. Der höchste Bestand wurde mit 32 cm Aufwuchshöhe in Salmtal erreicht. In den frühen Lagen werden die ersten Bestände vermutlich in der kommenden Woche gemäht werden. In den höheren Lagen sind die Bestände zum Teil noch nicht richtig in die Gänge gekommen. Allerdings sind dort bezgl. der Temperatur auch noch extreme Tag-Nacht-Schwankungen zu beobachten. Mit Voranschreiten des April werden auch diese Bestände ein nachhaltiges Wachstum vorweisen können.
Der richtige Schnittzeitpunkt – Grassilage optimal ernten
Geht es um den Erntetermin von Grassilagen, gibt es viele Sichtweisen und Betriebsphilosophien, was den idealen Schnittzeitpunkt betrifft. Viele Betriebe fahren den ersten Schnitt gerne so früh wie möglich ein, um das Maximum an Qualität mit entsprechender Verdaulichkeit zu ernten. Im Gegensatz dazu verfolgen andere Landwirte die Zielvorstellung, sich mit dem ersten Grasaufwuchs die Futterrerserven für einen Großteil des Jahresertrages sichern wollen. Die Höhe und die Bodenart spielen bei diesen Überlegungen natürlich auch immer eine Rolle. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte. Um den optimalen Schnittzeitpunkt sicher zu bestimmen, ist Gräserkenntnis von Nöten. Denn eine Grassilage, in der das Verhältnis aus Qualität und Ertrag ideal ist, erreicht dieses, wenn die hauptbestandsbildende Grasart mit dem Ähren-/ Rispenschieben beginnt. Hauptgrund ist neben dem o.g. ausgewogenen Verhältnis der Rückgang der Qualität, da nach diesem Stadium häufig der höchste Abfall zu beobachten ist. Das fällt vor allem beim Knaulgras ins Auge, das nach dem Rispenschieben stark lignifiziert. Dieser Effekt tritt beim Wiesenlieschgras schon deutlich früher ein, ist aber bei weitem nicht so dramatisch, da bei dieser Art das Stadium erst sehr spät eintritt und der erste Schnitt zu diesem Zeitpunkt bereits geerntet wurde. Beim Schaffen einer höheren Nutzungselastizität können Leguminosen wie Weiß- und Rotklee hilfreich sein. Neben dem ohnehin positiven Einfluss wie N-Fixerung, Rohproteinsteigerung, Narbendichte beim Weißklee und Ertragsstärke beim Rotklee verholzen sie auch in späteren Entwicklungsstadien nur sehr wenig. Damit kann die Terminierung des Erntezeitpunktes etwas flexibler gestaltet werden. Da wir es bei Grassilagen in den meisten Fällen mit Gemengen zu tun haben, kann der Erntetermin anhand des Entwicklungsstadiums natürlich nie perfekt bestimmt werden. Eine kleine Hilfestellung kann aber die Bestimmung des Erntezeitpunktes über Frischgrasproben geben. Dazu wird entweder an mehreren oder einer repräsentativen Fläche des Betriebs eine Aufwuchsprobe gezogen (Schnitthöhe 8 cm). Diese wird an ein Labor gesendet und dort analysiert. Anschließen erhält man wenige Tage später per Email eine Auswertung der Grasprobe und eine Schnittzeitpunktempfehlung. Eine Auswertung der im Monitoring am Montag gezogenen Proben erscheint in der nächsten Ausgabe oder bereits am Wochenende auf ISIP.
Slideunterschriften:
Abb. 1: Aufwuchshöhen der Grünlandbestände im Beratungsbezirk des DLR Eifel am 20.04.2026
Abb. 2: Zeitpunkt Ähren-/Rispenschieben ausgewählter Grünland- und Feldfutterarten (Quelle: Beschreibende Sortenliste Futtergräser, Esparsette, Klee, Luzerne 2024)
Abb. 3: Energiegehalt ausgewählter Grünlandarten in Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium (Quelle: Steinwidder und Starz, 2015)
Abb. 4: Frischgrasproben können als Orientierung dienen, um den bestmöglichen Schnittzeitpunkt zu bestimmen