Herbizid Rückstände nach trockener und heißer Sommerwitterung richtig einschätzen

Die Trockenheit und die hohen Temperaturen werden zu einer frühzeitigen Maisernte führen. Da seit der Maisaussaat bzw. dem Herbizideinsatz so wenig Niederschlag wie noch selten gefallen ist, drängt sich die Frage auf wie die nachfolgenden Kulturen damit zurechtkommen.

Grundsätzlich kann man festhalten, dass Herbizide Wirkstoffe chemisch, biologisch oder durch Photolyse im Boden abgebaut werden. Dieser Abbau ist von vielen Faktoren abhängig. So spielt der pH-Wert, das Bodenleben, die Sonneneinstrahlung und nicht zuletzt auch die Bodenfeuchtigkeit und die Temperatur eine wichtige Rolle. Häufig beobachtete wird die Empfindlichkeit von Raps gegenüber Sulfonylharnstoffen die in der Vorfrucht eingesetzt wurden. Immer wieder kommt es nach trockenen und warmen Sommern zu Wachstumsdepressionen beim Nachfolgenden Raps oder anderen Kreuzblütlern und Klee, z.B. in Zwischenfruchtmischungen. In solchen Jahren kann es auch nach Mais Probleme mit nachfolgenden Kulturen geben, vor allem wenn Wirkstoffe mit Bodenwirkung und Wirkung auf Gräser zum Einsatz kamen.

Einen Hinweis kann man in den Gebrauchsweisungen der Pflanzenschutzmittel finden, wobei der Hinweis zum Nachbau nicht in allen Gebrauchsanweisungen und bei allen Firmen auf Anhieb zu finden ist. Nachfolgend finden Sie einige Auszüge aus Gebrauchsanweisungen verschiedener Mittel und Hersteller.

Grundsätzlich gilt:

Soweit keine eindeutige Angabe in den Gebrauchsanweisungen zu finden ist, kann durch eine intensive Mischung des Bodens und einer Pflugfurche vor der Aussaat der Folgekultur das Risiko deutlich gesenkt werden. Ein angepasster pH-Wert und ein intaktes Bodenleben fördern den Abbau und reduzieren so ebenfalls das Nachbaurisiko.

Im Einzelfall wird man nicht umhin kommen die Gebrauchsanweisung zu studieren und den darin enthaltenen Empfehlungen zu folgen.

Über diesen Link gelangen Sie zu einer Tabelle über das Nachbaurisiko nach einem Herbizideinsatz. Quelle LfL Bayern

https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/ips/dateien/herbizid_nachbaurisiko_22.pdf

 

Calaris, Hinweis zum Nachbau

Falls ein vorzeitiger Umbruch mit CALARIS behandelter Maisbestände erforderlich wird, kann auf diesen Flächen erneut Mais nach flacher Bodenbearbeitung nachgebaut werden.

Der Nachbau von Sorghum-Hirse und Weidelgras kann 4 Wochen nach der Anwendung und nach tief wendender Bodenbearbeitung (Pflugfurche) erfolgen.

Vor dem Nachbau zweikeimblättriger Zwischenfrüchte, Untersaaten, empfindlicher zweikeimblättriger Hauptkulturen und von Wintergetreide muss der Boden gepflügt werden.

Kein Nachbau von Beta-Rüben, Ackerbohnen und Erbsen.

Im Rahmen der üblichen ackerbaulichen Fruchtfolge können nach der bestimmungsgemäßen und sachgerechten Anwendung von CALARIS (Einsatz vor dem 1. Juli) viele ackerbauliche Hauptkulturen nachgebaut werden.

Schäden an nachgebauten zweikeimblättrigen Kulturen und Wintergetreide sind möglich:

Unter ungünstigen Witterungs- und Bodenbedingungen während der Vegetationsperiode (z.B. biologisch wenig aktive Böden, sandige, zur Austrocknung neigende Böden, Böden mit niedrigem pH-Wert [< 6,0], geringer Bodengüte oder mit hohem Gehalt an organischer Substanz [> 4 %], schlechte Bodenstruktur, Kälte, außerordentliche Sommer- oder Wintertrockenheit, Überlappung, Stressbedingungen für das Pflanzenwachstum) können vorübergehende Blattaufhellungen, Wuchshemmungen oder Ausdünnungen an empfindlichen nachgebauten zweikeimblättrigen Kulturen (z.B. Klee-Arten, Raps, Senf, Sonnenblumen, Gemüsekulturen und empfindlicher Winterkulturen) sowie insbesondere früh gesätem Wintergetreide auftreten. Eine tief wendende Bodenbearbeitung nach der Maisernte sowie Boden-pH-Werte über 6,0 mindern das Risiko von Nachbauschäden an Folgekulturen deutlich. Daher wird auf Flächen mit einem pH-Wert deutlich unter 6,0 oder nach außerordentlicher Sommertrockenheit der Nachbau empfindlicher zweikeimblättriger Kulturen nicht empfohlen, wenn CALARIS in der Vorkultur eingesetzt wurde.

Successor T, Hinweise zum Nachbau

Nach der Anwendung von Successor® T können im Rahmen der üblichen Fruchtfolge alle Kulturen nachgebaut werden. Treten längere Trockenperioden nach der Anwendung auf, muss eine wendende, ca. 20 cm tiefe Bodenbearbeitung vor der Neuaussaat erfolgen. Auf Maisflächen, die mit Successor® T behandelt wurden und frühzeitig umgebrochen werden müssen, kann Mais nachgebaut werden. Unter ungünstigen Witterungsbedingungen sind Schäden an Folgekulturen, insbesondere Wintergetreide, möglich (WP775).

Bei Umbruch ca. 6 Wochen nach der Anwendung von Successor® T können folgende Zwischenfrüchte unter Beachtung folgender Hinweise nachgebaut werden:

Gras* (Pflug mit Vorschäler, Aussaatstärke um ca. 15 % erhöhen), Kleegras* (Pflug mit Vorschäler, Aussaatstärke um ca. 15 % erhöhen), Sonnenblumen* (Pflug mit Vorschäler), Sorghum- Hirse kann schon nach 4 Wochen (Pflug mit Vorschäler) nachgebaut werden.

* Beim Nachbau der o. g. Kulturen sind aber dennoch Schäden möglich.

Merin Flexx, Hinweise zum Nachbau

Im Rahmen der normalen Fruchtfolge ist der Nachbau aller Kulturen möglich. Zum Anbau von Wintergetreide und Winterraps im Herbst ist eine wendende Bodenbearbeitung erforderlich. Entsprechend der landwirtschaftlichen Praxis können im Frühjahr alle Sommergetreide-Arten und die breitblättrigen Kulturen Futtererbsen, Rüben, Sonnenblumen und Sommerraps angebaut werden. Falls ein vorzeitiger Umbruch erforderlich wird, kann erneut Mais angebaut werden. Folgt nach der Anwendung von MERLIN FLEXX eine extreme Trockenheit, so wird eine Pflugfurche vor dem Anbau der Folgekultur empfohlen.

Callisto, Hinweis zum Nachbau

Falls ein vorzeitiger Umbruch mit CALLISTO behandelter Bestände erforderlich wird, kann auf diesen Flächen erneut Mais und Weidelgras 4 Wochen nach der Anwendung und nach flacher Bodenbearbeitung nachgebaut werden. Der Nachbau von Sorghum-Hirse kann 4 Wochen nach der Anwendung und nach tief wendender Bodenbearbeitung (Pflugfurche) erfolgen.

Im Rahmen der üblichen ackerbaulichen Fruchtfolge können nach der bestimmungsgemäßen und sachgerechten Anwendung von CALLISTO (Einsatz vor dem 1. Juli) alle ackerbaulichen Hauptkulturen nachgebaut werden.

Vor dem Nachbau zweikeimblättriger Zwischenfrüchte und empfindlicher zweikeimblättriger Hauptkulturen (z.B. Beta-Rüben, Erbsen, Ackerbohnen, Klee-Arten, Raps, Sonnenblumen, Gemüsekulturen und empfindlicher Winterkulturen) muss der Boden gepflügt werden. Der Nachbau von Getreide oder Gräsern ist auch nach flacher Bodenbearbeitung möglich.

Schäden an nachgebauten zweikeimblättrigen Kulturen sind möglich.

Unter ungünstigen Bedingungen (sandige, zur Austrocknung neigende Böden, Böden mit niedrigem pH-Wert [< 6,0], Böden mit geringer biologischer Aktivität, geringer Bodengüte oder hohem Gehalt an organischer Substanz [> 4 %], schlechte Bodenstruktur, Kälte, außerordentliche Sommer- oder Wintertrockenheit, Überlappung, Stressbedingungen für das Pflanzenwachstum) können vorübergehende Blattaufhellungen, Wuchshemmungen oder Ausdünnungen an empfindlichen nachgebauten zweikeimblättrigen Kulturen (z.B. Beta-Rüben, Erbsen, Ackerbohnen, Klee-Arten, Raps, Sonnenblumen, Gemüsekulturen und empfindlicher Winterkulturen) auftreten. Eine tief wendende Bodenbearbeitung nach der Maisernte sowie Boden-pH-Werte über 6,0 mindern das Risiko von Nachbauschäden an Folgekulturen deutlich. Daher wird auf Flächen mit einem pH-Wert deutlich unter 6,0 oder nach außerordentlicher Sommertrockenheit der Nachbau empfindlicher zweikeimblättriger Kulturen nicht empfohlen, wenn CALLISTO in der Vorkultur eingesetzt wurde.

Spectrum Plus, Hinweise zum Nachbau

Mit Spectrum® Plus behandelte Flächen können nach dem normalen Erntetermin im Rahmen üblicher Fruchtfolgen mit allen Kulturen und Zwischenfrüchten bestellt werden.

Sollte durch Spätfröste oder andere widrige Umstände ein vorzeitiger Umbruch der Kultur erforderlich sein, so können nach unserer bisherigen Erfahrung Mais, Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen, Soja und Sonnenblumen nachgebaut werden. Die Einsaat auf die jeweils angegebenen Mindestsaattiefen sollte ohne vorherige Bodenbearbeitung vorgenommen werden. Die Maiseinsaat sollte 5 cm tief vorgenommen werden. Zur Sonnenblumeneinsaat kann eine flache Bodenbearbeitung vorgenommen werden. Nachbau von Gräsern frühestens 5 Monate nach der Anwendung von Spectrum® Plus.

Spectrum Gold, Hinweis zum Nachbau

Nach der Anwendung von Spectrum® Gold können im Herbst alle Wintergetreidearten nach flacher Bodenbearbeitung (10-12 cm tief) nachgebaut werden. Im Folgejahr können alle Sommergetreidearten, Mais, Sommer- und Winterraps, Körnerleguminosen, Zuckerrüben, Sonnenblumen und Futtergräser nachgebaut werden.

Sollte durch irgendwelche Umstände mit Spectrum® Gold behandelter Mais vorzeitig umgebrochen werden müssen, so kann nach flach mischender Bodenbearbeitung (10-12 cm tief) wieder Mais nachgebaut werden oder nach tief wendender Boden-bearbeitung Getreide, Körnerleguminosen und Sonnenblumen.

MaisTer Power, Hinweise zum Nachbau

Nach der Ernte der behandelten Maisflächen kann im gleichen Jahr Wintergetreide nachgebaut werden, wenn vorher eine tief-mischende Bodenbearbeitung erfolgte.

Im Rahmen der normalen Fruchtfolge können im darauffolgenden Jahr Erbsen, Feldbohnen, Sommerweizen, Sommergerste, Sommerraps, Sojabohnen, Sonnenblumen, Weidelgras, Winterraps und Zuckerrüben nachgebaut werden. Kartoffeln können 11 Monate nach der Applikation gepflanzt werden. Vor dem Nachbau der genannten Kulturen muss eine tief-mischende Bodenbearbeitung durchgeführt werden.

Sollte ein vorzeitiger Umbruch vorgenommen werden müssen, kann frühestens 3 Wochen nach der Applikation nur Mais nachgebaut werden. Vorher sollte eine gründliche Bodenbearbeitung erfolgen.

Folgt nach der Anwendung von MaisTer power eine extreme Trockenheit, so wird eine Pflugfurche vor dem Anbau der Folgekultur empfohlen.

Schäden an der Folgekultur sind bei extremer Trockenheit zwischen Anwendung und Aussaat möglich.

Adengo, Hinweis zum Nachbau

Zum Anbau von Wintergetreide im Herbst ist eine intensiv, tief mischende oder wendende Bodenbearbeitung erforderlich. Entsprechend der landwirtschaftlichen Praxis können im Frühjahr alle Sommergetreide-Arten und die breitblättrigen Kulturen Futtererbsen, Rüben, Sonnenblumen und Sommerraps angebaut werden.

Falls ein vorzeitiger Umbruch erforderlich wird, kann erneut Mais angebaut werden. Folgt nach der Anwendung von Adengo eine extreme Trockenheit, so wird eine Pflugfurche vor dem Anbau der Folgekultur empfohlen. Schäden an der Folgekultur sind bei extremer Trockenheit zwischen Anwendung und Aussaat möglich.

 

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