Herbstdüngung zu Raps und Wintergerste

Das Jahr 2026 ist in vielen Bereichen ein sehr außergewöhnliches Jahr. Hitze und Trockenheit haben dazu geführt, dass trotz Stoppelsturz und Einmischung der Ernterückstände in den Boden, noch keine Zersetzungsvorgänge begonnen haben. Ausfallgetreide und Ausfallraps laufen so gut wie gar nicht auf, auch dort wo es in den letzten Wochen ein paar Liter Niederschlag gab. Die Zersetzung der Ernterückstände wird erst nach der Wiederbefeuchtung des Bodens langsam beginnen. Dies wird mit der Jugendentwicklung unserer hoffentlich bis dahin gesäten Winterkulturen zusammenfallen. Für den Abbau der Ernterückstände benötigen die Mikroorganismen Stickstoff. Das Aneignungsvermögen für Stickstoff ist bei den Mikroorganismen deutlich höher als von den Pflanzenwurzeln. Daher ist davon auszugehen, dass es im Herbst vermehrt zu Stickstoffmangelsymptomen kommen wird. Dies ist auch auf Flächen zu befürchten, die vor der Aussaat mit Gülle, Klärschlamm oder Gärrest gedüngt wurden, da dieser Stickstoff ebenfalls schneller von den Mikroorganismen aufgenommen wird, als er von den Pflanzenwurzeln erreicht wird. Bei Winterraps und Wintergerste werden die Ertragsanlagen bereits vor Winter angelegt. Sie dürfen nicht schon im Herbst durch Nährstoffmangel geschwächt werden. In jeder Blattachsel beim Raps sind bereits die Anlagen der Seitentriebe vorhanden. Bei der Wintergerste sind es die kräftigen, im Herbst angelegten Triebe, die maßgeblich an der Ertragsbildung beteiligt sind. Das Ziel ist starke Pflanzen vor Winter zu haben. Beim Raps keinesfalls große Blätter. Im Herbst gedüngte Bestände starten im Frühjahr deutlich besser durch, insbesondere wenn die Flächen nicht frühzeitig befahrbar sind.

Die Düngeverordnung begrenzt die Herbstdüngung bei Raps, Wintergerste und Zwischenfrüchte auf 60 kg/ gesamt N. Diese Menge wird meist durch die Gabe der organischen Dünger ausgeschöpft. Soweit keine organischen Dünger vor der Saat eingesetzt werden, sollte man sich für die Raps- und Wintergerstenflächen frühzeitig um Mineraldünger kümmern. Stickstoffgaben mit Mineraldünger von ca. 30 kg N /ha reichen für Raps und Wintergerste im Herbst vollkommen aus und können (müssen) im Frühjahr angerechnet werden. Dazu eignen sich am besten Ammoniumbetonte Düngemittel, die beim Winterraps auch gerne als Depot in Unterfußdüngung erfolgen kann. Die Stickstoffdüngung im Herbst muss jedoch bis einschließlich 1.10. abgeschlossen sein (DüvVO). Von der Pflanzenernährung her sollte die Herbstdüngung so spät wie möglich erfolgen, also am 30.09/01.10.. 

 

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