Kalk, immer noch der preiswerteste Dünger

Die Ernte hat begonnen und vielfach liegen die Erträge unter den Erwartungen. Aufgrund der hohen Kosten für Stickstoff wurde vielfach mit diesem Nährstoff verhalten gedüngt. Entsprechen die Erträge nicht den Erwartungen, liegt es jedoch nicht nur an der Stickstoffmenge oder am Wetter. Kalk wird meist nur als „Bodendünger“ angesehen und in der Düngeplanung kaum berücksichtigt. Dabei liefert eine gute Bodenstruktur mit angepasstem pH-Wert die Grundlage des Pflanzenwachstums. Die Düngung von Kalk liegt immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau und wird gerade in Jahren mit geringen Getreidepreisen gerne zurückgestellt. Vielen ist auch nicht bewusst, dass gerade die Düngung mit AHL oder ASL den Boden stark versauert und dadurch bedingt eine deutlich höhere Menge an CaO zum Ausgleich benötigt. Nach langjähriger Düngung mit diesen Stickstoffdüngern sinkt der pH-Wert des Bodens rapide nach unten und muss durch entsprechende Kalkdünger ausgeglichen werden. 

Niedrige pH-Werte im Boden führen zu einer deutlich schlechteren Ausnutzung der Stickstoffdünger und kann durch höhere N-Gaben nicht ausgeglichen werden.

Nach der Ernte ist ein guter Zeitpunkt die Kalkdüngung durchzuführen, wenngleich Kalk im Prinzip das ganze Jahr über gedüngt werden kann.

Zur Bemessung der Kalkdüngung sollten die letzten Ergebnisse der Bodenuntersuchung herangezogen werden. Dabei ist nicht nur der pH-Wert zu betrachten, sondern auch die Mg-Versorgung der Flächen. Je höher der Wert bei Mg liegt, umso wichtiger ist es bei der Kalkauswahl auf Kalke mit niedrigem Mg-Gehalt zu achten. Ein unausgewogenes Verhältnis von Magnesium zu Kali führt zu einer schlechteren Kaliaufnahme, was sich insbesondere in trockenen Jahren sehr negativ bemerkbar macht. Hohe Mg-Werte finden wir, bedingt durch das Ausgangsgestein, auf vielen Standorten von Eifel und Hunsrück.

Der optimale pH-Wert für Ackerland liegt zwischen pH 6 (leichte Böden) und pH 7 (schwere Böden). Für Grünland etwa eine halbe pH-Stufe niedriger. Ist dieser Wert erreicht genügt eine jährliche Erhaltungskalkung von 200 - 250 kg CAO je Hektar und Jahr. Bei der Gabe von Kalk zehrenden Düngemitteln (z.B. DAP, Harnstoff, AHL und ASL) ist eine etwas höhere Ausgleichskalkung zu berücksichtigen.

In der Deklaration der Kalkdünger sollte immer das basisch wirksame Gehalts-Äquivalent in % CAO (Neutralisationsäquivalent) angegeben werden. Wenn dies nicht gegeben ist, fragen sie beim Hersteller nach. Dies ist wichtig für die Berechnung der Aufwandmenge. 100 kg CaO entsprechen ca. 1,1 dt Branntkalk (90 % CaO), 1,5 dt Mischkalk (70 % CaO), 2 dt kohlensaurer Kalk (50% CaO), 2,2 dt Hütten- oder Konverterkalk (45 % CaO) oder 3,3 dt Carbokalk (30 % CaO).

Beispiel:

Nachfolgendes Rechenbeispiel zeigt die Berechnung für eine Erhaltungskalkung die alle vier Jahre mit Carbokalk (Neutralisationsäquivalent ca. 30 % CaO) erfolgen soll. Erhaltungskalkung 250 kg (2,5 dt) CAO je Hektar und Jahr. Menge CAO je Jahr, multipliziert mit den Jahren (Abstand der Kalkungen = Wiederholungsinterval), geteilt durch das CAO-Neutralisationsäquivalent des Düngemittels.

250 * 4 / 30 = 33,3 dt/ha

Die Düngergabe beträgt alle vier Jahre 33 dt Carbokalk je Hektar.

Als Anhang finden Sie einen Artikel von Dr. Stefan Weimar, ehemals DLR RNH über die Grundlagen der Kalkdüngung in der pflanzlichen Erzeugung.

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