Kalkung - Immer ein aktuelles Thema

Die Ernte von Getreide und Raps wurde größtenteils bereits im Juli abgeschlossen. Die Böden sind trocken und somit gut befahrbar. Warum die Zeit nicht nutzen, um eine Kalkung durchzuführen? Eigentlich kann man fast das gesamte Jahr eine Kalkung der Flächen durchführen, aber nach der Ernte ist man mit den Arbeitsbreiten der Kalkstreuer nicht an die Fahrgassen gebunden und in Verbindung mit dem Nacherntemanagement kann der Kalk auch eingearbeitet werden.

Wird der Kalk zur Saatbettbereitung ausgebracht, kann dies die Verschlämmungsgefahr durch Starkregenereignisse deutlich abmildern. Brandkalk wird dabei deutlich stärker als die gleiche Menge an CaO über kohlensauren Kalk. Zur Zeit stehen wir am Ende einer langen Trockenperiode. Man muss davon ausgehen, dass nach einer langen Trockenheit wieder eine Phase mit stärkeren Niederschlägen folgt. Eine gute Kalkversorgung der Böden reduziert die Erosion und die Neigung zur Verschlämmung.

Auf Böden mit sehr hohen Magnesiumwerten sollte auf die preiswerten Mg-Kalke verzichtet werden, um den Mg-Gehalt der Böden nicht zusätzlich zu erhöhen. Mg ist ein Antagonist von Kali und behindert die Kaliaufnahme der Pflanze.

Auch nach der Saat können Kalkdünger noch ohne Schaden für die Kultur ausgebracht werden. Einziges Problem ist hier die Arbeitsbreite der Kalkstreuer, die bei 15 Metern Fahrgassen schon an ihre Grenzen stoßen.

Oft wird in Beratungsgesprächen nach dem Besten Kalk gefragt. Diese Frage ist nicht so einfach allgemein zu beantworten. Daher hier ein paar wenige Punkte an denen man sich orientieren kann.

  • Entscheidend bei der Kalkung ist die Menge an CaO die pro ha ausgebracht wird. Daher sollte man alle Kalke mit dem CaO Gehalt vergleichen.
  • Bei kohlensauren Kalken ist der Vermahlungsgrad entscheidend. Je feiner der Kalk, umso größer ist die Oberfläche, umso schneller wirkt er.
  • Kalke mit hohen MgO-Gehalten, sollten nur dort angewendet werden, wo die MgO-Gehalte im Boden niedrig sind. Gerade in Eifel und Hunsrück liegt die Bodenversorgung mit MgO oft sehr hoch. Eine zusätzliche Dünung mit MgO führt zu einer schlechteren Verfügbarkeit von Kali.
  • Nicht zuletzt spielt der Preis eine wichtige Rolle. Beim Preisvergleich verschiedener Kalke muss immer der Preis pro kg CaO verglichen werden

Einen Ausführlichen Beitrag von Dr. Stefan Weimar, ehemals Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) RNH, über die verschiedenen Kalke finden Sie hier im Anhang.

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