Maisanbau 2026 - Teil 2 Düngung

Die Düngung 2026 steht im Zeichen hoher Preise für Mineraldünger bei gleichzeitig schlechten Produktpreisen. Aktuell ist die Versorgung aufgrund gestörter internationaler Handelsrouten massiv gestört, was die physische Verfügbarkeit stark einschränkt.

Diese Probleme gelten für den Maisanbau in unserer Region zwar nur bedingt, da hier meist ein Großteil der Düngung über betriebseigene organische Dünger wie Gülle, Gärreste und Mist abgedeckt wird, allerdings werden häufig noch mineralische N/P- Dünger unterfuss zur Saat gedüngt. Wer sich hier nicht bereits im letzten Herbst mit Ware eingedeckt hat, bezahlt aktuell entweder horrende Preise, oder kann überhaupt keinen Dünger mehr erhalten. Wer andererseits ausreichend Dünger eingekauft hat, kann sich auch die Frage stellen, ob dieser, bei guter Lagerung, vielleicht auch erst im nächsten Jahr zum Einsatz kommt. 

Die derzeit gute Nachricht ist die aktuelle Witterung. Bei trockenen Bodenverhältnissen lassen sich Gülle und Stallmist schonend für die Bodenstruktur ausbringen. Eine gut strukturierte Krume ist eine der Grundvoraussetzungen für erfolgreichen Maisanbau, da hierdurch das Wurzelsystem die vorhandenen Nährstoffe besser erschließen kann und die Wasserversorgung durch kapillaren Aufstieg gewährleistet wird. 

Auch beim Mais ist Stickstoff der wichtigste Markonährstoff und bei hohen Erträgen werden dem Boden teils erhebliche Mengen (>200 kg N/ha) davon entzogen. Von daher sollte auch dieses Jahr ein Großteil der N- Versorgung durch Dünger bereitgestellt werden. Grundlage der N- Düngung ist die Bedarfsermittlung. Wer vom Gesamtbedarf aufgrund seiner langjährigen Erträge die entsprechenden Abzüge (Nmin, Vorfrucht, Nachlieferung) berechnet, wird meist zwischen 120 und 150 kg N- Obergrenze erhalten. Diese müssen jedoch nicht zwingend gedüngt werden. Gerade bei flüssigen organischen Düngern spielen die Bedingungen zur Ausbringung und eine zeitnahe Einarbeitung eine wichtige Rolle zur Steigerung der Effizienz und somit der Anrechnung. Idealerweise erfolgt die Ausbringung mit direkter Einarbeitung durch Güllegrubber bzw. –scheibeneggen. Weiterhin empfiehlt sich der Zusatz eines Nitrifikationshemmstoffs, da dieser gerade bei streifenförmiger Ablage die größten Effekte erzielt. Bei langjähriger organischer Düngung kann auch die N- Nachlieferung einen entsprechenden Teil des Bedarfs decken, wodurch sich die gesamte N- Düngung nochmals reduzieren lässt. Etwas anders verhält es sich bei der Schwefeldüngung. Mais benötigt ca. 30 bis 50 kg S/ha (in Form von Sulfat). Da aus der Atmosphäre nur noch knapp 10 kg geliefert werden und organische Dünger häufig zu wenig enthalten, empfiehlt sich hier eine eventuelle Ergänzung über S- haltige Dünger (ASS, SSA, Kieserit, Patentkali oder auch Kaliumsulfat).

Weitere wesentliche Grundnährstoffe wie Phosphat und Kalium sollte ebenfalls bedarfsgerecht vorliegen. Anhand der eigenen Bodenuntersuchung lässt sich der Bedarf gut abschätzen. Gerade die Verfügbarkeit von Phosphat hängt stark mit der Bodenstruktur zusammen. Da die junge Maispflanze diesen Nährstoff nur schlecht erschließen kann, ist eine gezielte mineralische Unterfussdüngung zur Saat, vor allem bei geringer Versorgungsstufe im Boden (unterhalb Gehaltsklasse C), nach wie vor die effektivste Form der Düngung. Während in Rindergülle, aber auch bei vielen Gärresten, die Phosphatversorgung nur über Gülle etwas knapp ausfällt, reicht das enthaltene Kalium zur Deckung des Bedarfs meist aus.

Langfristig sollte es zweifelsfrei immer das Ziel sein, alle Kulturen anhand ihres Bedarfs zu ernähren. 2026 stellt im Bereich der Düngung aktuell jedoch eine absolute Ausnahmesituation dar. Vor dem Hintergrund schlechter Produktpreise und enormer Kosten sollten Düngemaßnahmen zu allen Kulturen hinterfragt werden und wenn im Extremfall kein Dünger mehr erhältlich ist, müssen eben auch mal Abstriche gemacht werden. Gerade der Mais bietet hier ein gewisses Einsparpotential, welches es zu nutzen gilt. Versuche der letzten Jahre haben gezeigt, dass Mais auch ausschließlich über Gülle und Gärreste ernährt werden kann. 

Im Anhang finden Sie eine beispielhafte Bedarfsermittlung für Silomais.

Tabelle 1: N-Bedarfsermittlung Silomais

Berechnung des N-Düngebedarfs gemäß DüV vom Mai 2017 Stnadortbezogene N-Obergrenze gemäß DüV
 Zielertrag FM dt/ha450
 % TM (Standard = 30)30
Problem: DüV gibt keinen TM-Gehalt vor 33
  kg N/ha
 ertragsabhängiger Bedarfswert200
 Nmin 0-30 cm15
 Nmin 30-60 cm5
 Nmin 60-90 cm7
Zwischenfruchtabgefrorene Nichtleguminose0
organ. Dgg zu Vorkulturen des Vorjahres10 % vom aufgebrachten ges. N6
Humusgehaltbis 4 %0
 Obergrenze gemäß DüV163

 

Tabelle 2: Beispielsrechnung Rindergülle

Düngemittelm3Nverf kg/haNges kg/haP2O5 kg/haK2O kg/ha
Rindergülle 7,5 % TM4597,216267,5211,5

 

 

 

 

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