Maisanbau im Frühjahr 2026- Teil 1 Bodenbearbeitung
Derzeit gibt es einige Unsicherheiten was die bevorstehende Maisaussaat angeht. Die hohen Preise für Dünger und Kraftstoff und zeitversetzt sicherlich auch für Technik und Verschleißteile veranlassen viele Landwirte, ihre Strategien im Maisanbau zu hinterfragen und nach Möglichkeiten für Einsparungen zu suchen. Im Bereich Bodenbearbeitung gilt es das richtige Maß an notwendiger Intensität und Arbeitsqualität zu finden, ohne jedoch der empfindlichen Maispflanze Nachteile zu verschaffen. Wichtig ist an dieser Stelle die eigene Ausgangsituation richtig einzuschätzen.
Wer seine Flächen im Herbst oder über Winter gepflügt hat, kann momentan recht entspannt damit umgehen. Hier gilt in den kommenden Tagen durch eine flache, einebnende Bodenbearbeitung unproduktiven Wasserverlust zu vermeiden und vereinzelte Unkräuter zu beseitigen. Hierbei können auch schon sämtliche organischen Dünger wie Gülle oder auch Mist eingearbeitet werden. Wenn es in den nächsten Wochen trocken bleibt, sollte die Saatbettbereitung unmittelbar zur Maisaussaat erfolgen. Die Bearbeitungstiefe sollte an die Ablagetiefe des Mais angepasst werden, um gute Keimbedingungen zu schaffen. Wer jetzt aktuell den Pflug einsetzt, sollte unmittelbar danach die Flächen bearbeiten. Gerade offene Pflugfurchen trocknen aktuell recht stark aus. Sollte es trocken bleiben besteht hier die Gefahr, dass der Mais ungleichmäßig oder gar nicht aufläuft. Außerdem ist vor dem Pflügen darauf zu achten keinerlei Matten aus Strohresten, Grasnarben oder Stallmist einzupflügen. Notfalls muss hier zuerst noch ein mischender Arbeitsgang mit Grubber oder Scheibenegge erfolgen.
Auf Flächen mit Zwischenfruchtanbau, wo weder grüne Zwischenfrüchte, noch Altverunkrautung aus dem Vorjahr zu finden sind, kann noch gewartet werden. Diese sind häufig noch recht feucht im Untergrund und es findet kaum unproduktiver Wasserverlust statt. Bei Winterharten Zwischenfrüchten und Gräsern bzw. Klee sollte zeitnah eine flache, flächig schneidende Bearbeitung erfolgen, oder ein Totalherbizid eingesetzt werden. Zu üppiger Bewuchs muss wohl oder übel gemulcht werden, damit eine gute Einarbeitung stattfinden kann.
Bleiben noch vereinzelte Problemflächen aus dem Herbst 2025. Da wo die Maisernte unter schwierigen Bedingungen stattfand und jetzt tiefe Spure zu finden sind, stellt sich die Frage des richtigen Umgangs hiermit. Für eine einmalige tiefe Lockerung mit Tiefenmeißel oder ähnlichem ist es derzeit noch deutlich zu nass. Hier sollte versucht werden, in mehreren Überfahrten schrittweise so zu lockern, dass keine groben Kluten entstehen. Ansonsten muss man aktuell mit dieser schlechten Struktur leben und Reparaturmaßnahmen auf den Herbst bzw. die Folgekultur verschieben.
Egal ob Pflug, Grubber oder doch die Kurzscheibenegge. Wer Treibstoff sparen und Verschleiß reduzieren will, sollte einige wichtige Dinge beachten.
- Arbeitsgeschwindigkeit- max. 8 Km/h, ansonsten steigen Verschleiß und Energiebedarf exponentiell
- Arbeitswerkzeuge- Verschleißgrenzen von Scharen und Zinken beachten, aufgepanzerte Hartmetallplatten bleiben länger scharf und reduzieren den Bodenwiderstand
- Wartungsintervalle an Schleppern- Filterintervalle einhalten, Luftfilter regelmäßig reinigen
- Reifendruck anpassen- auch ohne Reifendruckregelanlage sollte der Innendruck bestmöglich angepasst werden.