Raps bleibt stecken und geht nur zögerlich in die Streckungsphase

In den vergangenen Tagen fallen immer mehr Rapsbestände auf, die nur zögerlich oder gar nicht in die Streckungsphase übergehen. Betrachte man sich die Pflanzen näher, fallen folgende Symptome auf.

  • Hauptrieb zeigt starke Fraß Schäden oder ist gar nicht mehr vorhanden
  • Manchmal findet man dort weise Larven mit brauner Kopfkapsel

Hierbei handelt es sich um einen Befall mit schwarzem Kohltriebrüssler. Er ist im Herbst in die Bestände eingeflogen und hat seine Eier in die Pflanzen abgelegt. Die Pflanzen bilden jetzt eine Art „Besenwuchs“ und bilden vermehrt Seitentriebe. Eine Bekämpfung ist jetzt nicht mehr möglich. Raps kann diese Schäden aber gut kompensieren, wenn alles andere passt. Insgesamt war der Zuflug im vergangenen Herbst gering, daher findet man diese Symptome auch seltener und oft nur in Teilbereichen der Schläge.

Weit aus häufiger ist der Befall mit Rapserdflohlarven zu beobachten. 

  • Hauptrieb ist vorhanden, oft aber verkrüppelt oder zeigt Wuchsanomalien
  • An den unteren Blattstängeln oder Seitentrieben sind Bohrlöscher zu finden. In den Pflanzen findet man die Larven des Erdflohs. Diese erkennt man an den 3 Beinpaaren und der schwarzen Kopfkapsel und dem schwarzen Afterschild.
  • Der Zuflug des Rapserdflohs war im Herbst deutlich stärker als beim schw. Kohltriebrüssler, die Erdflöhe konnten aufgrund der vorhandenen Resistenz jedoch nicht bekämpft werden. 
  • Die Eiablage war Ende November und im Dezember, daher sind die Larven jetzt noch sehr klein. 
  • Durch das Längenwachstum der Pflanzen werden auch die Larven in den Pflanzen mit nach oben geschoben
  • Befallene Triebe bleiben im Wachstum zurück
  • Neu angelegt Seitentriebe zeigen meist keinen Larvenbesatz, diese werden sich „normal“ entwickeln.

Insgesamt kann man sagen, je besser sich der Raps im Herbst etablieren konnte und je optimaler die Düngung im Frühjahr erfolgte, umso höher ist das Kompensationsvermögen. Auch hier besteht keine Bekämpfungsmöglichkeit mehr. Umbruchwürdige Bestände sind bislang nicht bekannt.

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