Rapsaussaat frühzeitig vorbereiten
Die Rapsaussaat 2026 steht vor besonderen Herausforderungen. Die im vergangenen Jahr bei uns aufgetretene Resistenz bei den Rapserdflöhen gegenüber Pyrethroiden macht die Etablierung der Rapsbestände deutlich schwieriger. Dieses Thema wurde bereits in einer Onlineveranstaltung am 24.06.26 ausführlich dargestellt und diskutiert. Die Folien des Vortrages und ein Mitschnitt der Veranstaltung finden Sie hier auf den ISIP-Seiten.
Kernpunkte der Veranstaltung war unter anderem eine etwas frühere Saat, damit der Raps Ende August/Anfang September 2 Laubblätter ausgebildet hat und so den Reifungsfraß der Erdflöhe besser überstehen kann. Dies bedingt eine sorgfältige Auswahl der Rapssorten. Diese sollten frühsaatverträglich sein, um nicht frühzeitig in die Streckungsphase zu gehen. Eine entsprechende Übersicht verschiedener Rapssorten mit ihrer jeweiligen Saatzeiteneignung finden Sie im Anhang.
Neben der Sortenwahl spielt auch die Wahl der jeweiligen Beize eine gewisse Rolle. Jedoch sollte man von den Insektiziden Beizen nicht zu viel verlangen. Die pflanzenbaulichen Möglichkeiten einer sicheren Etablierung der Rapssaat hat deutlich mehr Einfluss als die Wirkung der Insektiziden Beizen. Eine entsprechende Übersicht der verschiedenen Beizausstattungen finden Sie ebenfalls als Anhang.
Hierzu einen Auszug aus einem Beratungsinfo des Beratungsring Ackerbau in Rheinhessen (Autor: Norbert Rothaar).
Pilzinfektionen und Schädlingsbefall können zu erheblichen Ertragsverlusten führen und den wirtschaftlichen Erfolg des Rapsanbaus gefährden. Fungizide und insektizide Beizmittel können helfen, diese Risiken minimieren. Jede Rapssorte ist standardmäßig mit Fungiziden gebeizt. Z. Bsp. Scenic Gold enthält die Wirkstoffe Fluopicolide + Fluoxastrobin und ist äußerst wirksam gegen alle wichtigen Rapskrankheiten in der Auflaufphase. Oft werden zusätzlich Beizen zur Stärkung des Keimlings und Verbesserung der Jugendentwicklung (Wurzelwachstum) angeboten, die aus Haupt und Spurennährstoffen, ev. auch Bakterienstämmen (Wurzel plus, Integral pro, Inito etc.) bestehen. Biostimulanzien können das Jugendwachstum fördern und die Widerstandskraft der jungen Rapspflanze gegen frühen Schädlingsbefall stärken. Aus unserer Sicht ist es sehr wichtig, dass das Saatgut mit einer insektiziden Beize ausgestattet ist. So hat es in den letzten Jahren immer mal wieder größere Schäden bis hin zum Totalausfall durch den Rapserdfloh gegeben! Lumiposa: Dient mit dem Wirkstoff Cyantraniliprole zum Schutz vor Schädlingen in der Auflaufphase und mindert Schäden durch die Larven der kleinen Kohlfliege (Fraßminderung). Gegen den Erdflohfrühbefall ist in manchen Fällen eine Minderung bis zum 2-Blattstadium zu beobachten. ButeoStart: Enthält den Wirkstoff Flupyradifurone und schützt den Raps vor Schädlingen in der Auflaufphase bis zum 2(-4) Blattstadium. Zudem können Schäden durch Erdfloharten gemindert werden. Wo Starkbefall mit Erdfloh zu erwarten ist, kann auch eine Kombination beider Beizen sinnvoll sein. Eine Insektizid-Beizung ersetzt nicht die Insektizidspritzung Ende Oktober/Anfang November. Die Züchterhäuser bieten oft zusätzliche Beizausstattungen mit bestimmten Bacillusbzw. Penicillium Stämmen, zum Teil auch in Kombination mit Nährstoffbeizen, welche das Wurzelwachstum in der Jugendphase fördern. (Integral Pro, Acceleron, Biostimulanz B300, Wurzel Plus, Fortyfy, Bacillus, Starcover, LumPro, Initio insect etc.) an. Welche Sorte letztendlich mit welcher Beizausstattung (Fungizid, Insektizid, Biostimulanz?) von den Züchtern angeboten wird, muss erfragt bzw. in den Sortenprospekten nachgesehen werden.