Situation im Wintergetreide in der ersten Maiwoche 26 im Beratungsgebiet des DLR Eifel

Die Wintergerste ist fast in allen Lagen die Ähre am Schieben. Soweit noch nicht geschehen, sollte spätestens jetzt die Abschlussbehandlung erfolgen. Für den Einsatz eines Wachstumsreglers ist es ab dem Ährenschieben zu spät. Als Fungizid kommen zahlreiche Kombinationen bzw. Mittel in Frage. 1,5 l/ha Folpan sollten als Basis gegen Ramularia eingesetzt werden. Zusätzliche eignen sich Mittel wie z.B. AscraXpro, Avastel Pack, Balaya, Elatus Era, Revitrex + Comet, Priaxor, Vastimo, Xenial, u.v.a. Die Aufzählung ist alphabetisch. Achten Sie auf die im vergleich zum Weizen teils geringeren Aufwandmengen in der Wintergerste.

Triticale und Roggen haben größtenteils das letzte Blatt geschoben bzw. sind bereits am Ährenschieben. Aufgrund des starken Auftretens von Rhynchosporium Blattflecken in diesem Jahr, bietet sich in Triticale und Roggen der Einsatz eines Azols (Prothiocoanzol oder Tebuconazol) mit 50-60 % plus ein Strobilurin (z.B. Azoxystrobin) mit 50-60 % der Aufwandmenge an. In Beständen zur GPS-Nutzung sollten 80-100 % der Strobilurinaufwandmenge eingesetzt werden. Dadurch wird der Greeningeffekt stärker genutzt und somit der Erntetermin flexibler. 

Größere Probleme mit der Entscheidungsfindung bestehen im Winterweizen. Die Bestände im Beratungsgebiet des DLR Eifel befinden sich im Stadium 33-39. Soweit das letzte Blatt vollständig geschoben ist, kann die Abschlussbehandlung erfolgen. In früheren Stadien wird ein Fungizideinsatz zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich nicht bis zum Ende ausreichen. In den letzten Tagen ist etwas vom ersehnten Niederschlag gefallen und für die kommende Woche sind in einigen Modellen weiterhin Niederschläge gemeldet. Wir haben an dieser Stelle schon mehrfach über den geringen Krankheitsbefall und über das Auftreten von nichtparasitären Blattflecken im Weizen berichtet. Dennoch sind anhaltende Niederschläge immer förderlich für die Entwicklung von Blattkrankheiten. Ab dem Stadium 33 kann auch das Fahnenblatt von Blattkrankheiten infiziert werden.

Eine mögliche Strategie zum Schutz der Weizenbestände vor Blattkrankheiten könnte wie folgt aussehen:

Laut Wetterprognose vom 06.05.26 ist das Wetter vom 07.05. bis 10.05. recht günstig für Pflanzenschutzmaßnahmen. In Beständen, in denen bislang noch kein Fungizid eingesetzt wurde, oder die Behandlung schon länger als 3 Wochen her ist, sollten vor der Niederschlagsphase der kommenden Woche gegen Blattkrankheiten behandelt werden. Dabei sollten gut wirksame Fungizidkombinationen aus Azol, Strobilurin, Carboxamid/Picolinamid mit den zugelassenen Aufwandmengen zum Einsatz kommen, um eine ausreichende Dauerwirkung zu erreichen. Ob dann in 3 bis 4 Wochen noch eine weitere preiswerte Maßnahme gegen z.B. Roste und Fusarium notwendig wird, bleibt abzuwarten.

Mögliche Produkte bzw. Kombinationen und Aufwandmengen für die Krankheitsbekämpfung in den nächsten Tagen wären:

• Ascra Xpro 1,5 l/ha

• Elatus Era Star 1,0 l/ha + 0,5 l/ha (und Andere Kombinationen mit Elatus Era)

• Revytrex + Comet 1,5 l/ha + 0,5 l/ha

• Jordi 1,5 l/ha

• Univoq 2,0 l/ha (bei vorhandenem Befall mit Rosten 1,5 l/ha Univoq + 0,5 l/ha Azoxystrobin)

• Vastimo 2,0 l/ha

• Avastel Pack (Pioli + Soratel) 1,5 l/ha + 0,75 l/ha

Weitere Produkte und Packs finden Sie auch in unserer WD-Broschüre ab Seite 24.

Bei vorhandenem Befall mit Mehltau sollte ein Fungizid mit ausreichender Mehltauwirkung hinzugemischt werden, um die Wirkung der „Basisfungizide“ zu unterstützen und das weitere Ausbreiten von Mehltau zu verhindern. Hierzu eignen sich Vegas Plus oder Talius mit 50-60 % der Aufwandmenge.

Einfache Kombinationen aus Azol und Mehltaupartner (Input Cl, Verben und ähnliche Kombinationen) eignen sich für den Einsatz zu diesem Termin nicht, da ihnen die notwendige Dauerwirkung fehlt und die Last der Septoriabekämpfung ausschließlich auf dem Azol Prothioconazol liegt.

„Einfache“ Kombinationen aus Azol + Strobilurin (Prothioconazol + Azoxystrobin) sind zwar billig, bringen aber nicht das breite Wirkungsspektrum und lange Wirkungsdauer, die wir zu diesem frühen Termin benötigen. 

Insbesondere bei Doppelbehandlungen sollte aus Resistenzgründen auf einen Wirkstoffwechsel bei den Azolen und Carboxamiden geachtet werden. Mit dem Wirkstoff „Inatreq active“ steht ein neuer Wirkstoff (im Produkte Univoq) einer neuen Wirkstoffgruppe, der Picolinamide zur Verfügung und bringt unter anderem eine sehr gute Wirkung gegen Schneeschimmel mit.

Späte Herbizidanwendung im Winterweizen

Treten Hundskerbel, Hundspetersilie oder die Wilde Möhre auf, ist eine Bekämpfung je nach Mittel bis EC 37 oder 39 möglich. Bei Wilder Möhre, Hundskerbel oder Hundspetersilie können z.B. Dirigent SX bis EC 37 oder Omnera LQM und Pointer Plus bis EC 39 verwendet werden. Sollte eine Bekämpfung gegen die Acker-Kratzdistel notwendig sein, bieten Kinvara oder Ariane C eine gute Leistung. Eine günstige alternative mit einer etwas schwächeren Leistung ist durch U 46 M-Fluid zu erwarten. Eine Spätbehandlung gegen Klettenlabkraut kann z.B. mit Saracen oder Upton (bis EC 39) oder alternativ mit Tomigan 200 bis EC 45

durchgeführt werden. Um die Unkräuter in den dichten Beständen ausreichend zu benetzen, sollte die Wasseraufwandmenge bei 400 l/ha liegen. Eine wüchsige Witterung unterstützt die Wirksamkeit der Produkte.

Treten Unkräuter nur in Teilbereichen auf, sollte sich die Behandlung auf diese Bereiche konzentrieren. 

Von Kombinationen mit Fungiziden sollte aus Verträglichkeitsgründen Abstand genommen werden. Der Abstand zwischen den beiden Behandlungen sollte 1-2 Tage betragen

 

 

Autoren

Hinweisdienste