Staudenlupinen jetzt chemisch bekämpfen
Neben dem bekannten Jakobskreuzkraut (JKK) breitet sich seit einiger Zeit auch die Staudenlupine immer weiter aus. Ein Schwerpunkt liegt dabei im Hohen Westerwald. Betroffen sind vor allem Flächen, die nach der Samenbildung beerntet werden, und damit der weiteren Zunahme Vorschub leisten. Im Boden selbst bleiben die Samen bis 50 Jahre keimfähig. Zusätzlich bildet die Art unterirdische Wurzelausläufer, aus denen heraus und aus Wurzelstücken neue Pflanzen gebildet werden können. Eine mechanische Bekämpfung ist unter diesen Voraussetzungen kaum effektiv und mit hohem körperlichem Einsatz verbunden. Zudem handelt es sich bei der Lupine um eine mehrjährige Leguminose (Stickstoffsammler), die somit unabhängig von einer Stickstoffdüngung wachsen kann. Zu allem Überfluss enthält die Pflanze auch noch Giftstoffe in Form sogenannter Chinolizidin-Alkaloide. Deren Konzentration steigt vom Frischgras über die Silage zum Heu und kann vor allem für Pferde und Rinder relevant für eine Vergiftung sein. Momentan ragt die Staudenlupine aus den Grünlandnarben heraus und kann gut erkannt werden. Damit ist ein günstiger Zeitpunkt für eine chemische Behandlung gegeben. Soweit Flächen in Gebietskulissen mit „Bedeutung für den Naturschutz“ (z.B. geschütztes Grünland usw.) liegen, bedarf es hierzu allerdings einer Ausnahmegenehmigung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier. Als Mittel für eine chemische Maßnahme kommen „Kinvara“ mit 3 l/ha, „Ranger“ mit 2 l/ha und „Simplex“ mit 2 l/ha in Frage. Die jeweiligen Anwendungsbedingungen sind einzuhalten. Neben der Staudenlupine findet sich auf den Flächen auch oft JKK, welches derzeit langsam erscheint. Dieses kann bei Einsatz von „Simplex“ miterfasst werden, soweit die Rosetten schon sichtbar sind. Für eine Staudenlupinenbehandlung sollte jedoch nicht mehr zu lange gewartet werden.
Kollege vom DLR WW-OE