Wachstumsreglereinsatz in Raps

Die Winterrapsbestände präsentieren sich in unserem Beratungsgebiet so unterschiedlich wie fast nie zuvor. Die Bandbreite geht von Beständen, die sich gerade erst von der Trockenheit erholt und im 4 Blattstadium sind bis hin zu Beständen die schon 10-12 Blätter haben und kniehoch gewachsen sind. Manchmal findet man diese Stadien auch auf einem Feld. Das macht eine Empfehlung für den Wachstumsreglereinsatz nicht einfach.

Nachdem durch die Niederschläge nun etwas Feuchtigkeit in den Boden kam ist mit einer Stickstoffmineralisation zu rechnen. Je nachdem wie weit die Ernterückstände verrottet sind, wird dies das Wachstum der Rapsbestände fördern.

Sicherlich müssen die schwachen Bestände die sich jetzt erst im 4-5 Blattstadium befinden nicht im Wachstum gebremst werden. Diese sollte man erst mal noch wachsen lassen. Bestände die sich im 6-8 Blattstadium befinden können bei der anstehenden Insektizidmaßnahme gegen den schwarzen Kohltriebrüssler mit 1,0 l/ha Folicur, 0,4 l/ha Topprex oder 1,0 l/ha Tilmor oder 0,8 l/ha Carax (nicht einsetzen, wenn als Herbizid Belkar oder Ladiva eingesetzt wurde) vor dem Überwachsen geschützt werden. Die früh aufgelaufenen und bislang nicht mit Wachstumsreglern behandelten Bestände bedürfen einer stärkeren Bremsung (einkürzen kann man nichts mehr). In Beständen die jetzt, Mitte Oktober schon mehr als 8 Blätter haben sollten, daher mit 1,6 l/ha Architekt vor dem Überwachsen im Herbst geschützt werden. Wenn bereits eine Vorlage mit einer Reduzierten Menge Tebuconazol gegeben wurde, reichen auch 1,4 l/ha Architekt.

Durch den Einsatz eines Wachstumsreglers im Herbst, senkt der Raps seine Blätter auf den Boden, wodurch wir bei einer evtl. noch anstehenden Maßnahme gegen die Larven des Rapserdflohs die Blattstiele besser benetzen können, und dadurch höhere Wirkungsgrade erzielen. 

Für den Effekt der „Einwinterung“ zu nutzen ist es noch viel zu früh. Diese Maßnahme sollte erst unmittelbar vor Vegetationsende erfolgen, hat aber letztendlich eher optische Effekte. Der Einsatz von 0,5 l/ha Folicur kurz vor Vegetationsende reduziert in geringem Maße das Abfrieren der älteren Blätter, was sich aber ertraglich kaum auswirkt.

 

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