Wachstumsreglereinsatz und Halmbruchbekämpfung in Winterweizen

Die Weizenbestände beginnen sich zu strecken und in den frühen Lagen haben einige Bestände den ersten Halmknoten geschoben (erster Halmknoten mehr als 1 cm vom Bestockungsknoten entfernt) und befinden sich somit im Stadium 31. Dies ist ein optimales Stadium für den Einsatz eines Wachstumsreglers für den ersten Fungizideinsatz jedoch noch zu früh. Dieser sollte nicht vor dem Stadium 32 (zweiter Halmknoten mind. 2 cm vom ersten Halmknoten entfernt) erfolgen. Die Bestände zeigen sich zurzeit recht gesund und die geringen Niederschläge vom 13.04. werden dies beim Weizen auch nicht grundlegend ändern. Es stellt sich daher die Frage, ob in diesem Frühjahr eine Maßnahme gegen Halmbruch notwendig wird und man diese Maßnahme mit dem Einsatz eines Wachstumsregler kombinieren kann oder soll.

Seit einigen Jahren werden die Weizensorten in der Beschreibenden Sortenliste des Bundessortenamts bezüglich ihrer Anfälligkeit gegenüber Halmbruch (Pseudocercosporella) nur noch mit 2 Noten beschrieben. Note 3 für gering anfällig und Note 5 für mittel anfällig. Sorten mit der Einstufung 3 sind so robust, dass sie selbst beim Anbau als Stoppelweizen keine gezielte Maßnahme gegen Halmbruch benötigen. Bei diesen Sorten sollte jetzt zu Beginn der Schossphase (EC 30-32) der geplante Wachstumsregler eingesetzt werden. Dies ermöglicht es den Fungizideinsatz zur Bekämpfung der Blattkrankheiten so lange wie möglich hinauszuzögern und evtl. mit einer Maßnahme den Schutz gegen Blattkrankheiten zu gewährleisten.

Sorten mit geringer Anfälligkeit gegenüber Halmbruch (Pseudocercosporella) BSA-Note 3

Akzent, Argument, Basilisk, Benchmark, Boss, Campesino, Cayenne, Exal, Gentleman, Intensity, Kastell, Kumpel, KWS Donovan, KWS Dottie, KWS Mintum, KWS Svere, KWS Universum, LG Atelier, LG Initial, LG Kermit, LG Lunaris, LG Niklas, LG Optimist, LG Wisent, Mortimer, Nordkap, RGT Konzert, RGT Kreation, SU Aventinus, SU Fiete, SU Henner, SU Jonte, SU Magnetron, SU Selke, SU Tammo, SU Tarroca

Sorten, die mit der Note 5 eingestuft sind, sollten beim Anbau als Stoppelweizen im EC 32 eine Behandlung gegen Halmbruch erhalten. Diese kann mit dem Einsatz eines Wachstumsregler kombiniert werden.

Beim Anbau dieser Sorten nach Raps, Mais oder anderen Kulturen kann man sich die Halmbruchprognose auf der ISIP-Seite zunutze machen. Ein höheres Risiko gegenüber Halmbruch besteht bei früher Saat. Saattermine ab November haben in der Regel ein deutlich geringeres Risiko.

Zum Wachstumsreglereinsatz in Winterweizen wurde vor einigen Tagen bereits ein Artikel von den Kollegen vom DLR WW-OE hier veröffentlicht.

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