Frühsaaten von Wintergerste vermeiden - Risiko für Verzwergungsviren mindern

Ein milder Winter (so wie die letzten Jahre) kann das Risiko für Verzwergungsvirosen im Getreide erhöht. Nehmen sie daher Abstand von frühen Getreidesaaten. Verzwergungsviren werden durch Blattläuse und Zikaden übertragen. Die infizierten Blattlausmütter verbreiten das Virus sowohl direkt an ihre Nachkommen, als auch durch Saugtätigkeit an Gräsern, von diesen wiederum können sich andere unbelastete Läuse infizieren. Die Infektionen des Wintergetreides erfolgen über die Saugtätigkeit der Blattläuse an jungen Blättern im Herbst des Jahres (EC 12-13). Eventuelle Schäden sind erst im nächsten Frühjahr 2027 zu erkennen. Typisch für das Auftreten der Verzwergungsviren (BYDV und WDV durch Zikaden) ist immer der Verlauf der vorangegangen Vegetationsphase. Zu den Befalls-mindernden Optionen gehören, die Ausdünnung des Viruspotentials an den Feld- und Wegerändern durch das Mulchen der Gräser (vorzugsweise vor der Samenreife im Sommer), die gründliche Beseitigung des Ausfallgetreides nach der Ernte und die spätere Saat des Wintergetreides (keine Weizensaaten im September, Wintergerste erst ab Ende September). Bei starkem Blattlausflug im Oktober kann in typischen Befallsgebieten (Wärmelagen, z.B Neuwieder Becken) eine Insektizidmaßnahme im Dreiblattstadium (EC 12/13) sinnvoll sein. Verzwergungsviren können ganz erhebliche Schäden bis zum Totalausfall hervorrufen.

Resistente bzw. tolerante Wintergerstensorten sind; KWS Excuis bzw. KWS Chilis (mehrzeilig) und Organa (zweizeilig), siehe vorangegangene Wetterfaxe. 

Wie alle Viruserkrankungen können diese nicht chemisch (direkt) bekämpft werden.