Maiszünslerbekämpfung - Trichogramma rechtzeitig bestellen
Der Schädling mit dem höchsten Schadvolumen in unserer Region (im Mais). Die Larve des Schmetterlings ist ca. 3 cm groß und zimtbraun. Im Juli fliegen die Tiere in die Bestände ein, legen ihre Eier ab und nach etwa einer Woche schlüpfen Larven. Diese fressen zunächst an den Blättern und bohren sich dann in die Stängel ein. Erst wandern sie im Stängel hinauf bis zur Fahne und dann wieder herunter bis über den Wurzelkopf. Besondere Befallslagen sind warmen Regionen, mittlerweile aber auch die höher gelegenen Standorte. Die Schäden können erheblich sein. Eine Behandlung ist angezeigt, wenn im Vorjahr im Herbst mehr als 30 bis 40 Larven in 100 Stoppel gefunden wurden.
Zur Bekämpfung eignen sich Trichogramma-Schlupfwespen. Diese werden erstmals zu Beginn des Falterfluges und idealerweise nach 14 Tagen erneut freigesetzt. Schlupfwespen parasitieren die Eier des Schmetterlings (je nach Befallsstärke zwischen 200.000 - 400.000 Schlupfwespen/ha). Die Freisetzung erfolgt händisch im Maisbestand (Kärtchen) oder über Multikopter (Kugeln) durch Dienstleister wie z.B. die Maschinenringe (z.B Trichosafe Kugeln; 2*100 Kugeln/ha, oder Trichosafe Anhänger; 2*50 Kärtchen/ha). Hierzu gibt es Förderprogramme im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen bzw. Agrarumweltprogrammen. Der Wirkungsgrad einer zweimaligen Freisetzung liegt bei etwa 50%. In Verbindung mit der konsequenten Durchführung mechanischer Maßnahmen wie das Mulchen der Maisstoppeln und das saubere Pflügen der Flächen wird ein guter bis sehr guter Gesamterfolg erreicht. Die Maßnahmen müssen allerdings möglichst in der gesamten Gemarkung und nicht nur kleinräumig erfolgen. Wenn sie Schlupfwespen einsetzen möchten müssen sie diese jetzt über den Landhandel bestellen und sich ggf. mit einem Dienstleister (MR) absprechen.
Eine Bekämpfung der Larven durch Insektizide (Tabelle 1) ist ebenfalls möglich. Die Anwendung erfolgt zum Flughöhepunkt bis ungefähr eine Woche danach. Hierzu sind Stelzenschlepper erforderlich. Daher wird in der Praxis, zumindest im nördlichen Rheinland-Pfalz, nur ein kleiner Teil der Maisfläche chemisch behandelt. Hohe Wirkungsgrade werden mit dem Wirkstoff Chlorantraniliprole (z.B. Coragen 0,125 l/ha) erreicht. (siehe Warndienstbroschüre S. 61).
Der Flugverlauf des Maiszünslers wird von den Dienstleistungszentren Ländlicher Raum mittels Pheromonfallenfängen überwacht und veröffentlicht. Dies geschieht z.B. auf www.ISIP.de und über die Infodienste.