Winterweizen - Kornfüllungsphase
Winterweizen befindet sich überwiegend in der Kornfüllungsphase (EC 71 und später). Fungizide sind nach EC 69 nicht mehr zulässig. Von den typischen Krankheiten findet sich nur der Braunrost in nennenswertem Umfang. Septoria tritici, Mehltau usw. spielen derzeit keine Rolle. Die Blattläuse sind ebenfalls nur moderat vorhanden (haben wieder abgenommen). Das gleiche gilt für das Getreidehähnchen. In der Kornfüllungsphase (bis EC 85) können Blattläuse durch Saugtätigkeit den Ertrag mindern. Dies geschieht jedoch nur bei starkem Befall. Von einer Blattlausbekämpfung ist deshalb jetzt abzuraten (nur bei mehr als 2/3 befallener Ähren mit jeweils drei bis fünf Blattläusen). Wegen der kurzen Wirkzeit sind vorbeugende Maßnahmen völlig überflüssig, sie schädigen nur Nützling (z.B. Marienkäfer) und verschärfen das Problem. Die infrage kommenden Insektizide (Pyrethroide) sind in ihrer Wirksamkeit ohnehin eingeschränkt. Die verbliebene Wirksamkeit ist für die Blattlausbekämpfung im Herbst (als Überträger von Viruskrankheiten) unbedingt zu erhalten. Unnötige Behandlungen befeuern die Resistenzentwicklung. Zugelassen sind eine ganze Reihe von Pyrethroiden mit Indikationen gegen Blattläuse bzw. saugende Insekten und Carnadine 200 (Acetamiprid), einhergehend mit einer Wartezeit von 28-35 Tagen (Anwendung bis zur Ernte).
Grundsätzlich gilt, dass Leguminosen sehr viel stärker unter Saugschäden leiden als Getreide. Die Ertragsverluste sind dort ungleich größer.