Septoria tritici / Fusarium in W-Weizen
Der Weizen hat überwiegend das Stadium Ende Milchreife (EC 77) erreicht. Praktisch in allen Beständen ist mehr oder weniger stark Septoria zu finden. Der Erfolg der Behandlungen lässt sich sehr gut auch von einem weiniger erfahren Praktiker beurteilen. Die Wirkung der Fungizide war offensichtlich nicht immer ausreichend. Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass der Bekämpfungserfolg ist in erster Linie von der Terminierung der Fungizide abhängt. Bei der Bonitur fällt auf, dass viele Bestände obwohl zwei teure Behandlungen gefahren wurden, vor allem auf dem 2. Blatt relativ stark befallen sind. Ursache ist in der Regel ein Spritzabstand von mehr als 4 Wochen. Der Zuwachs der entsprechenden Blattetagen war nicht ausreichend geschützt. Häufig werden auch die Stadien von der Praxis falsch eingeschätzt. Nur im EC 33/32 wird auch das zweitoberste Blatt einigermaßen getroffen. Dabei sei der Hinweis erlaubt dass die Praxis häufig schon im April früh behandelt hat, was das Problem noch verschärft. Die Kurativleistung der Folgebehandlung meist erst Anfang Juni reichte somit nicht aus um das zweite Blatt von Septoria sauber zu halten. Dagegen sehen die Einfachbehandlungen die in EC 39 (Blattapparat vollständig ausgebildet) mit den breit wirksamen Kombiprodukten gefahren wurden aktuell deutlich besser aus und sind zudem günstiger als die Doppelbehandlungen.
Bei der feuchten Blühwitterung kam es regional zu Fusariuminfektionen. Bei Getreidevorfrucht halten sich nach bisherigen Beobachtungen die Infektionen in Grenzen. Dagegen ist nach Mais das Befallsrisiko deutlich höher einzuschätzen. Zum jetzigen Zeitpunkt bevor die Ähren abreifen sind die Symptome am besten zu erkennen. Die partielle Taubährigkeit entsteht durch Ausbleichen einzelner Ährchen. Der Fusariumpilz dringt in die Ährenspindel ein der Nährstoffstrom wird unterbunden und die Ährenspitze oder Teile der Ähre sterben frühzeitig ab. Kümmerkorn oder taube Ähren sind die Folge. Zur Abreife ist dann meist ein rotes Pilzmycel zu sehen. Durch den Pilz kommt es zur Toxinbildung (Deoxynivalenon=DON). Der EU -Grenzwert für dieses Mykotoxin liegt bei unverarbeitetem Getreide bei 1250 µg/kg. Ein Abschätzen des Befalls ist jetzt vom Landwirt gut möglich. Vor allem Bestände nach Mais, die nicht mit einem Fusariumwirksamen Fungizid behandelt wurden, sollten kontrolliert werden. Aus Untersuchungen lässt sich Ableiten, dass bei einer normalen Bestandesdichte mit 4-5 Fusariuminfizierten Ähren/m² eine Grenzwertüberschreitung möglich ist. Stärker befallene Schläge können ggfs. als Biogassubstrat vermarktet werden. Bei DON-Werten im niederen Bereich ist eine Verwertung in der Rinderfütterung noch am Besten möglich.