Ackerbau – Alles drin
Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 23.05.2026
Durchweg trocken mit sommerlichen Temperaturen erwartet der renommierte Pflanzenschutzexperte und versierte Berater T. Bender am Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim, blickt auf das erste Heuwetter und nimmt im Vorfeld seiner heutigen Empfehlungen die ackerbaulichen Kulturbestände im Taubertal unter die Lupe.
Weizen und Dinkel - Die frühen Bestände und Sorten befinden sich im Ährenschieben. Herbizidmaßnahmen müssen dann abgeschlossen sein. Aufgrund von Wirkstoffverlagerungen durch Abdrift oder Kaltluftabfluss, derzeit oft beim Einsatz von Wuchsstoffen, bitten wir insbesondere bei Flächen in der Nähe zu Rebflächen um besondere Vorsicht!
Ab dem Ährenschieben kann die Abschlussbehandlung erfolgen. Unter der vorhergesagte Witterung kann es vordergründig zu Braunrostinfektionen kommen, andere Blattkrankheiten werden unterschwellig vorhanden sein, aber keinen großem Einfluss mehr auf die Blattgesundheit erlangen. Die bekannten Produkte in der Abschlussbehandlung bringen meist eine gute Rostabdeckung mit. Reduzierte Aufwandmengen sind in gesunden Beständen oft ausreichend, aber die Dauerwirkung reduziert sich dadurch auch.
Sommergerste - In den frühen Beständen ist das Fahnenblatt voll entwickelt. In anderen Flächen ist die Gerste im vorletzten Blatt. Die Bestände sind gesund. Wachstumsreglermaßnahmen sollten abgeschlossen werden. Die Abschlussbehandlung kann ab dem Fahnenblattstadium erfolgen. Oft kann in Sommergerste mit leicht reduzierten Aufwandmengen ausreichend gute Wirkungsgrade erreicht werden. Hier sollten dann wegen hoher Sonneneinstrahlung und hiermit induziertem Ramularia-PLS Komplex Folpan mit ca. 1,2 Liter/ha + Azolprodukt ab dem Grannenspitzen eingesetzt werden.
Mais - Die Maisbestände werden sich, nach dem Wachstumsstillstand der letzten Kaltphase, mit den Sommertemperaturen nun zügig entwickeln. Die Unkräuter sind weitestgehend aufgelaufen, eine ausreichende Wachschicht ist nun ausgebildet. Wir empfehlen die Spritzung bei den gemeldeten hohen Tagestemperaturen möglichst gegen Abend durchzuführen. Vorteil: Wachschicht ausgeprägt, kein Tau auf den Blättern, wenig Wind.
Zuckerrüben - Mit den steigenden Temperaturen rechnen wir mit dem Einsetzen des ersten Zuflug mit Zikaden. Die Monitoringmaßnahmen sind angelaufen um den Zuflug einschätzen zu können. Der Einsatz von Insektiziden mit Notfallzulassungen gegen Glasflügelzikaden als Vektoren von SBR / Stolbur wird vom amtlichen Pflanzenschutzdienst noch nicht freigegeben. Wir informieren zu gegebener Zeit.
Feldradhygiene - Von den Feldrändern wandern durch Aussamen viele Unkrautsamen wie Trespen, Storchschnabel in die Äcker ein. Auch Pilz oder Mutterkorninfektionen sind zu finden. Wir empfehlen insbesondere wenn im Feldrand Trespen wachen, diesen rechtzeitig vor der Samenreife zu mähen/mulchen. Sind nur Nutz- und Futtergräser vorzufinden sollte aus Biodiversitätsgründen noch abgewartet werden und eine Mahd auch nicht mehrmals im Jahr erfolgen.