Ackerbau – Alles im Griff…
Wichtige Informationen des Kreislandwirtschaftsamts am LRA Reutlingen vom 30.04.2026
„Wir blicken heute auf Winterraps, Wintergerste, Sommergerste und Mais und erinnern in diesem Zusammenhang an die Anlage von Spritzfenstern und die Pflanzenschutzdokumentation,“ so die Münsinger Pflanzenschutzexperten P. Schmelcher und C. Schrade mit den wichtigsten Informationen für die Region Neckar-Alb.
Winterraps – Schädlinge - Die meisten Rapsbestände beginnen nun mit der Blüte. Eine Rapsglanzkäferbekämpfung mit Mospilan und Danjiiri ist nun nicht mehr zulässig. Eine Bekämpfung der Rapsglanzkäfer ist zudem ab Blühbeginn nicht mehr notwendig, da er nun keine Schäden mehr an den Knospen verursacht.
Winterraps – Fungizide - Legen Sie auf www.isip.de einen Rapsschlag an. Das Programm Skleropro errechnet aufgrund Ihrer Angaben, ob eine Behandlung gegen Sklerotinia empfohlen wird.
Auf den von uns angelegten Schlägen gibt es aktuell keine Behandlungsempfehlung bei einem Rapsanbau alle vier Jahre oder mehr.
Falls Skleropro auf Ihren Schlägen eine Behandlung empfiehlt, können Sie mögliche Mittel dem Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2026“ auf Seite 88 entnehmen.
Wintergerste – Fungizide - In den untersten Blattetagen ist vereinzelt ein Befall von Netzflecken und Rhynchosporium zu finden. Aufgrund der nach wie vor anhaltenden Trockenheit müssen diese aber zur Zeit noch nicht bekämpft werden. Warten Sie mit einer Behandlung, bis das Fahnenblatt vollständig entwickelt ist. In der Vergangenheit war dies ein günstiger Zeitpunkt für die Einmalbehandlung.
Mittel finden Sie im Heft ab Seite 58. Mischen Sie unbedingt 1,5 l/ha Folpan 500 SC hinzu. Dieses Mittel ist notwendig zur Bekämpfung der Ramularia. Mittlerweile ist dies unsere wichtigste Gerstenkrankheit.
Legen Sie Schläge auf dem Prognosemodell www.isip.de an. In IPS-Gebieten ist die Nutzung von ISIP sowie des Warndienstes vor dem Einsatz von Fungiziden vorgeschrieben.
Sommergerste - Schauen Sie in Ihren Beständen, ob breitblättrige Unkräuter aufgelaufen sind. Versuche haben gezeigt, dass bei einem geringen Besatz mit breitblättrigen Unkräutern auf einen Herbizideinsatz verzichtet werden kann. Hauptaugenmerk muss auf die Klette gelegt werden. Einige Mittel können noch bis kurz nach dem Fahnenblattschieben eingesetzt werden, so dass mit einer Behandlung bis dahin gewartet werden kann.
Maisherbizide - In den letzten Tagen wurde der Mais gesät, bzw. steht die Maisaussaat kurz bevor. Eine Behandlung mit Bodenherbiziden ist bei den aktuell sehr trockenen Böden nicht sinnvoll.
IPS-Plus – Spritzfenster - Denken Sie daran, dass pro Bewirtschaftungseinheit ein Spritzfenster angelegt werden muss. Dieses muss mindestens 10 m lang und 5 m breit und mit Stäben markiert sein.
Abdriftmindernde Düsen - In IPS-Plus-Gebieten ist der Einsatz von Düsen vorgeschrieben, die bei einem Druck von mindestens 2 Bar eine Abdriftminderung von 90% und höher erreichen. Tauschen Sie gegebenenfalls Ihre Düsen durch geeignete aus. Beachten Sie zudem, dass der Maximalabstand des Gestänges zur Zielfläche nicht größer als 50 cm betragen darf.
Pflanzenschutzdokumentation - Beachten Sie die neuen Anforderungen zur Pflanzenschutzdokumentation. Informationen hierzu finden Sie auf dem LTZ-Merkblatt:
Verwenden Sie für die erhöhten Anforderungen der Pflanzenschutzdokumentation eine aktuelle, kostenpflichtige Ackerschlagkartei, welche alle erforderlichen Parameter rechtssicher dokumentiert. Alternativ steht allen Pflanzenschutzanwendern in Baden-Württemberg für die Pflanzenschutzdokumentation das kostenlose Programm PSM-DOK auf der Internetseite www.psmdok.de zur Verfügung.