Ackerbau – Ausführlich tut auch mal gut…

Wichtige Informationen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis vom 17.04.2026

 

Die renommierte Pflanzenschutz- und Anbauexpertin N. Waldorf vom Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Buchen resümiert den Entwicklungsstand und benennt notwendige Feldarbeiten in ihrem Beratungsgebiet.

 

Winterraps - Mit Einsetzen der Blüte auch in den späteren Lagen kann der Rapsglanzkäfer vernachlässigt werden. Teilweise, aber sehr unterschiedlich findet man derzeit aber stärkeren Besatz mit Kohlschotenrüsslern. Der Befall ist im Randbereich meist deutlich höher, so daß auch Randbehandlungen geprüft werden können. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 1 Käfer/Pflanze. Eine stärkere Schädigung tritt immer dann auf, wenn auch die Kohlschotenmücke stärker vorkommt, da diese die Bohrlöcher des Rüsslers nutzt und eine Vielzahl an Eiern in die Schote ablegt. Eine Vorhersage des Auftretens der Mücke ist aber leider nicht möglich. 

Die Bekämpfungsentscheidung muss anhand dem Entwicklungsstand des Raps getroffen werden. 

In weiten Beständen, in den ein hoher Anteil blüht und die Schotenbildung fortgeschritten ist, sollte bei Überschreiten der Richtwerte eine Behandlung erfolgen. Diese kann dann auch mit einer vorgezogenen Blütenbehandlung kombiniert werden. Als mögliche Insektizide kommen die Pyrethroide wie z.B. Karate Zeon o.ä. in Frage. Die Wirkungsdauer wird aber auf wenige Tage beschränkt sein. Mospilan-Produkte sind mit Beginn der Blüte verboten. 

In späteren Beständen, die jetzt erst (teils zögerlich) anfangen zu blühen und in denen noch kaum Schoten gebildet sind, kann noch zugewartet werden, um dann evtl. mit einer Behandlung gegen Ende nächster Woche kombiniert zu werden. Kontrollieren Sie hier weiterhin die Bestände und fordern Sie gerne Beratung an. 

Die Frage nach der Notwendigkeit einer Blütenbehandlung muss abgewogen werden. Eine sichere Prognose über einen Sklerotinia-Befall ist nicht möglich, da dies stark von den Witterungs-bedingungen während der Blühdauer abhängt. In engen Rapsfruchtfolgen ist eher anzuraten, den Bestand abzusichern. Wir raten aus Bienenschutzgründen und der Rückstandsproblematik im Honig eher zu einer vorgezogenen Blütenbehandlung gegenüber der klassischen Vollblütenbehandlung. Neben Cantus Ultra, Treso oder Propulse als „Premium-Produkte“ kann auch eine preisgünstigere Mischung mit etwas geringerer Wirkungsleistung aus Azoxystrobin + Prothioconazol gewählt werden. 

Bei Zumischung von Insektiziden ändern sich je nach Produkt die Bieneneinstufung. B4-Insektizide (z.B. Mavrik Vita, Karate Zeon, u.a) bleiben in Mischung mit Cantus Ultra und Prothioconazol-Produkten B4. In Mischungen mit Azolen (z.B. Folicur, Amistar Gold, …) ändert sich die Einstufung auf B2. Fahren sie grundsätzlich abends nach dem täglichen Bienenflug mit einer hohen Wasseraufwandmenge und denken sie in den Schutzgebieten an die Dokumentationspflichten. 

 

Wintergetreide - Die Wintergerste befindet sich verbreitet in BBCH 31/32, frühe Lagen auch etwas weiter. Wachstumsregler-Maßnahmen sind überwiegend erfolgt bzw. sollten jetzt abgeschlossen werden, Krankheiten spielen keine Rolle. 

 

Winterweizen/Dinkel - ist je nach Sorte, Lage und Saatzeitpunkt zwischen Bestockungsende und BBCH 32. Die Bestände präsentieren sich sehr gesund. Wachstumsregler-Einsätze müssen sich an der Sorte, Bodengüte und v.a. der Wasserversorgung orientieren. Fordern Sie gerne Beratung an. 

 

Schäden durch Krähen - Schäden durch Krähen in Mais oder auch anderen Kulturen sollten über ISIP gemeldet werden. Bitte machen Sie hiervon Gebrauch, damit wir die Situation im Landkreis gegenüber Entscheidungsträgern auf höherer Ebene aussagekräftig wiedergeben können. Die Anleitung zur Registrierung ist beigefügt. Der Link zur Dateneingabe nach vorheriger Registrierung: 

https://www.isip.de/baden-wuerttemberg/meldeportal

 

Zuckerrüben - Nutzen Sie die gemeldeten Niederschläge um die NAK durchzuführen.

 

Erbse - Kontrollieren Sie Erbsen auf den Befall mit Blattrandkäfer. Die Bekämpfung kann ab dem Richtwert von 50% der Blätter durch Fraß zerstört, erfolgen. Der Blattfraß ist meist zu vernachlässigen, der Larvenfraß an Wurzel und Knöllchen ist bedeutender.

 

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