Ackerbau – Bei guter Entwicklung Raum für Feldarbeiten nutzen

Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 30.10.2026

 

„Ruhiges Novemberwetter mit Nachttemperaturen an die 0°C,“ so der versierte, amtliche Pflanzenbauexperte T. Bender mit Blick ins Taubertal und den dort jetzt möglichen Raum zur Durchführung von Feldarbeiten.

 

Viele Rapsbestände haben sich in den letzten Wochen sehr gut fortentwickelt. Nur auf flachen Böden, Kuppen, verpasster Ausfallgetreidebehandlung und schwierigen, späten Saaten gibt es lückige Bestände. Insgesamt steht der Raps gut. Wir haben in den letzten Tagen viele Rapspflanzen auf Erdflohlarven untersucht. Will man diese finden gilt es, die Stielansätze sehr akribisch und aufmerksam zu untersuchen. Bisher sind die Larven im L1-Stadium und dadurch noch sehr klein. Vorhandene Einbohrlöcher kaum größer als ein „Bleistiftpunkt“. 

Das notwendige Handwerkszeug dafür: 

  • Brille und Luppe 

  • Cuttermesser

  • Licht

  • Zeit und Ruhe 

Praxistipps: An einem Einbohrloch den Rapsstiel „filetieren“. Die Larven sind derzeit ca. 1 mm lang, weißlich gelb mit schwarzem Kopf und Hinterteil.

 

Nun gilt es einen möglichen Fund und Befall richtig einzuordnen! - Wüchsige Bestände auf guten Standorten kompensieren den Schaden von 2-3 Larven/ Pflanze. Diese Bestände benötigen keinen Einsatz. Mittelmäßige Bestände mit einigen vorangegangenen Pyrethroideinsätzen gegen Erdflöhe und mäßigem Wachstum sollten gut kontrolliert werden. Ein Einsatz von Exirel oder Minceto Gold ist hier abzuwägen. Der Wirkungsgrad ist abhängig von Befall, Anwendungsbedingungen, Winterwitterung, usw.. Wir sollten heuer insgesamt dazu regionale Erfahrung sammeln. Erfolgt ein Einsatz Anfang November, achten sie unbedingt auf eine größere unbehandelte Kontrollfläche! Die derzeitigen Witterungsbedingungen bieten sich an. Die Applikationstechnik ist für eine Wirkung absolut mitentscheidend. Eine Benetzung der Blätter bringt keine Wirkung. Der Wirkstoff muss an die Blattstiele, darf aber auch nicht wieder ablaufen. Der Wirkstoff dringt nur lokal teillsystemisch ins Gewebe ein, wird nicht im Xylem verlagert. 

Praxistipps: Behandelt werden sollten nur die beschriebenen kritischen Teilflächen. Gerne Beratung anfordern.

 

Herbizideinsatz in Winterraps - Seit vielen Jahren ist der Kerbeinsatz die jährlich letzte Pflanzenschutzmaßnahme. Kerb flo - Propyzamid-Anwendungen: Die kühlen Temperaturen haben zu sinkenden Bodentemperaturen geführt. Diese sollten <10°C liegen. Idealerweise regnet es nach der Anwendung leicht, damit der Wirkstoff von den Rapsblättern auf den Boden abtropft. 

Praxistipps: Für die nächsten Tage ist beständiges Herbstwetter ohne Niederschläge gemeldet. Auch wenn die Temperaturen beständig kühl gemeldet sind, halten wie eine Anwendung frühestens zum Ende dieser stabilen Wetterlage mit einsetzendem Regen für sinnvoll.

 

Feldmäuse - Kontrollieren Sie ihre Bestände auf Feldmausbefall. Auffällig werden die Fraßschäden nun im jungen auflaufenden Getreide meist auf Flächen mit Mulchsaaten und flacher Bearbeitung. Auch vom Feldrand wandern die Mäuse sehr schnell ein. Das Aufstellen von Sitzstangen ermöglicht den Greifvögeln die Beobachtung der Flächen und unterstützt die Mäusejagd. Besteht Bedarf, sollte eine verdeckte Beköderung in die Mäuselöcher mit Giftweizen oder Ratron Gift-Linsen mit einer Legeflinte erfolgen.

 

Nachbehandlung von Gräsern im Wintergetreide - Die Wirkung der Herbizide hat eingesetzt, diese kann man an der rötlichen bis weißlichen Verfärbung des Ackerfuchsschwanz erkennen. Auf wenigen Flächen mit starkem Ungraspotential ist zu überlegen eine Winterspritzung durchzuführen. Dazu sollte der Fuchsschwanz 3 Blätter zur Benetzung haben und einigermaßen trocken sein. Einsatz von 0,9 Liter/ha Axial oder im Weizen von 1,2 Liter/ha Traxos. Beide Produkte können auch bei niedrigen Temperaturen eingesetzt werden. 

Praxistipps: Auf extremen Flächen kann noch 1,5 Liter/ha CTU zugemischt werden. Dadurch sinkt die Verträglichkeit! Zusätzlich bitte an die Drain-Auflagen denken!

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