Ackerbau – Bekämpfungsmaßnahmen jetzt zielgenau einleiten
Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 23.10.2026
„Morgen Samstag und Sonntag sind nochmal Niederschläge gemeldet - zu Beginn der nächsten Woche trüb und luftig-herbstlich,“ so der versierte, amtliche Pflanzenbauexperte T. Bender mit Blick ins Taubertal.
Durch den trockenen Sommer ist es bis in den September zu keinem nennenswerten Aufgang von Ackerfuchsschwanz gekommen. Auch mit Bodenbearbeitungsmaßnahmen konnte oft kaum ein Feldaufgang erreicht werden. Da jetzt mit den erfolgten Niederschlägen Getreide und Ackerfuchsschwanz vielfach gemeinsam auflaufen, sollten dessen Bekämpfungsmaßnahmen jetzt zielgenau erfolgen. Für den Einsatz von Flufenacet-Produkten haben sich die Anwendungsbedingungen deutlich gebessert.
Noch unbehandelte Flächen mit deutlich sichtbarem Ackerfuchsschwanz Auflauf, sollten jetzt noch behandelt werden. Vor allem in Wintergerste können Mischungen bspw. von Herold SC mit Boxer im Nachauflauf zu Aufhellungen führen, die sich i.d.R. jedoch schnell wieder auswachsen. Weizen ist dabei weniger empfindlich als Wintergerste oder Dinkel.
Praxistipps: Auf leichten Muschelkalkflächen herrscht bekanntlich weniger Ackerfuchsschwanz-Aufkommen, als auf schweren Tonstandorten. Deshalb kann die Flufenacet-Menge, angepasst werden:
< 50 Pfl./m²: 0,5 „Herold SC-Generika“
100 bis 200 Pfl./m²: 0,6 „Herold SC-Generika“+ 1,5 Liter Boxer oder 0,5 BeFlex
300 Pfl./m²: 0,6 „Herold SC-Generika“+ 0,1 Fence + 2,0 Liter Boxer oder 0,5 BeFlex
Sofern jetzt im Herbst bei ihnen im Betrieb Flufenacet-Ware übrig bleibt, empfehlen wir diese an ‚bedürftige‘ Berufskollegen abzugeben, da diese Produkte ab 10.12.2026 nicht mehr angewendet werden dürfen!
Winterraps - Wachstumsreglermaßnahmen sollten jetzt abgeschlossen werden, da diese nach der Anwendung noch 2-3 Wochen Vegetation benötigen. Auf schwachen Beständen wäre ein „anschieben des Wachstums“ durch warme Herbsttage wünschenswert. Gräsermittel wie Select sollten jahreszeitlich nun nicht mehr eingesetzt werden. Es gibt viele gut entwickelte Bestände, die bis zum Kerbeinsatz keine Maßnahmen mehr erfordern.
Rapserdfloh - Auf einigen Flächen ist Erdfloh weiterhin in einer Stärke vorhanden, die schwachen Raps nicht „durchstarten“ lassen. Der schwache Zuwachs wird durch die Fraßaktivität wieder kompensiert. Pyrethroide wirken/wirkten nur unzureichend. Man findet nun erste Einstichstellen und Larven an den Blattstielen. Für unsere Region fehlt es aber an zuverlässigen Erfahrungen hinsichtlich der Schadensschwellen.
Praxistipps: Hat der Raps im Frühjahr gute Startbedingungen, kann er zum jetzigen Zeitpunkt einige Larven je Pflanze verkraften. Diese Überlegungen gilt es abzuwägen, wenn über den Einsatz von Exirel oder Minceto Gold entschieden wird.
Bekämpfungsschwellen Rapserdfloh (Larven)
schwacher Bestand: ab ≥ 3 Larven je Pflanze
wüchsiger Bestand: ab ≥ 5 Larven je Pflanze
Natürlich sind auch die Wachstumsvoraussetzungen im kommenden Frühjahr wichtig. Auch führt Staunässe während des Winters zu einem schnelleren Absterben der larvenbefallenen Pflanzen. Erfolgt ein Einsatz Anfang November, achten sie unbedingt auf eine größere unbehandelte Kontrollfläche!
Die Applikationstechnik ist für eine Wirkung absolut mitentscheidend. Eine Benetzung der Blätter bringt keine Wirkung. Der Wirkstoff muss an die Blattstiele, darf aber auch nicht wieder ablaufen. Der Wirkstoff dringt nur lokal teillsystemisch ins Gewebe ein, wird nicht im Xylem verlagert. Gerne Beratung anfordern.