Ackerbau – Heute im Blick…
Wichtige Informationen aus dem Hohenlohekreis vom 29.07.2026
Für das Kupferzeller Beratungstrio B. Weiß, M. Wahl und B. Weger vom Landwirtschaftsamt Kupferzell stehen mit Blick in ihr Beratungsgebiet Hohenlohe nachfolgende Kulturen im Blick.
Zuckerrüben - Der Cercosporapilz hat und wird sich aufgrund der Witterung langsamer als gewohnt entwickeln, zudem erhöht sich der Bekämpfungsrichtwert am 1. August auf 15 befallenen Blättern von 100 bonitierten. Dem Pilz ist es aber nie zu warm, sollten örtlich über 30 mm Regen fallen, könnte es lokal zu Infektionen kommen. Das Jahr 2026 wird aber sicher kein Cercospora-Hauptbefallsjahr mehr. Im Unterland gibt es in einzelnen Schlägen massiven Befall mit Rübenmotten und auch Milbenbefall. Von beiden Erregern sind wir im Hohenlohekreis bisher verschont.
Sortenempfehlung Winterraps - Nach der Rapsernte ist vor der Rapsaussaat. In vier Wochen ist die Rapssaat schon wieder in vollem Gange. Von Seiten des Landhandel wurden auch schon Sortenempfehlungen und Saatgutbestelllisten verschickt. Auch wir haben für Sie wieder eine Sortenempfehlung Winterraps zusammengestellt – siehe Anlage. Da der Landesssortenversuch Winterraps in Kupferzell dieses Jahr nicht auswertbar war, haben wir auf Ergebnisse vom Versuchsfeld aus Boxberg zurückgegriffen.
Düngung im Herbst nach Düngeverordnung – Beiliegend ein Merkblatt zu den wichtigsten Regelungen. Im Vergleich zu letztem Herbst gibt es keine Änderungen.
Trockenheit – fördertechnische Regelungen - Es wird keine generelle Freigabe zur Nutzung von Stilllegungen geben. Bis 30.09. haben Sie aber die Möglichkeit, Stilllegungen abzumelden (z.B. ÖR1a, …) und diese Flächen stattdessen zu einem Futternutzcode zu ändern und den Aufwuchs zu nutzen. Eine Förderung erhalten Sie für diese Stilllegungen dann nicht.
FAKT E1.2-Verpflichtungen (Begrünungsmischungen im Ackerbau) müssen auch trotz Trockenheit bis 31.8. ausgesät werden. Sollte keine Bestandesetablierung gelingen, kann dies als Fall von „höherer Gewalt/außergewöhnlicher Umstände“ bei uns angezeigt werden. Entsprechende Nachweise müssen dabei vorgelegt bzw. eingereicht werden. Bei FAKT E1.2 kann der angemeldete Verpflichtungsumfang um bis zu 20% sanktionsfrei unterschritten werden. Diese Flächen könnten Sie stattdessen für den Anbau einer Futterzwischenfrucht/Futtermischung nutzen. Flächenänderungen/-abmeldungen sind in FIONA bis 30.09. möglich. Nach jeder Änderung muss der FIONA-Antrag neu ein-gereicht werden.
Trockenstress Mais - Ende April gesäter Mais hat bei uns Mitte Juli geblüht. Zur Kornfüllung sollte er jetzt optimale Bedingungen haben – hat er aber durch anhaltende Trockenheit und Hitze so ganz und gar nicht. Örtlich sind seit der Saat noch keine 100 mm Niederschlag gefallen. Gepaart mit der anhaltenden Hitze führt dies jetzt zu Trockenstress auch bei besten Böden und optimal geführten Beständen. Auf schwierigeren Standorten beginnen von unten hoch schon Blätter zu vertrocknen. Teils fehlt die Kolbenbildung gänzlich oder ist der Kornansatz mangelhaft. An Pflanzenlänge fehlt es fast überall.
Unser Appell: Begutachten und beobachten Sie ihre Bestände genau.
Aus der Erfahrung von ähnlichen Verhältnissen 2003 ist folgendes in Erinnerung geblieben:
Bei Grundfutterknappheit kann es sinnvoller sein für Körnermais vorgesehene Bestände zu silieren oder als Silomais abzugeben – auch wegen mangelnder Ertragserwartung an Körnern.
Mais, der seine Energie nicht in Körner einlagern kann, fehlt es zur Ernte an Stärke; dafür verbleibt die Energie in Form von leicht vergärbarem Zucker in den Stängeln.
Innen im Feld ist der Bestand meist noch grüner als außen herum. Föneffekt
Aktuell sind die Bestände noch nicht silierreif. Bei anhaltend heißer und trockener Witterung kann die Austrocknung der Bestände jedoch sehr rasant verlaufen; deshalb Vorbereitungen treffen – auch wenn es noch Juli ist.
Vertrockneter Mais ohne viel Kolbenanteil lässt sich im Silo schlecht verdichten. Anzustrebende TS- Gehalte von 29% sind in diesen Fällen besser als 33-35%. Zur TS- Beurteilung auch die Stängel betrachten: Tritt bei Druck noch Saft aus oder ist er bereits trocken
Sowohl Abreife als Erträge werden sehr heterogen ausfallen. Während der eine Bestand noch grasgrün ist, kann ein anderer schon „verstroht“ sein. Am Ende macht es die Mischung im Silo.
Wenn möglich nicht bei 35 Grad häckseln, da dies Fehlgärungen begünstig.
Praxistipp: Würde es morgen ausgiebig regnen, würden sich viele Bestände noch erholen können. Leider ist dies nicht in Aussicht.