Ackerbau – Insgesamt etwas Entspannung

Wichtige Informationen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis vom 09.10.2026

 

Die agile Pflanzenschutzexpertin N. Waldorf von der amtlichen Beratung Buchen blickt heute auf die Getreideflächen und die Winterrapsbestände im Neckar-Odenwald-Kreis.

 

Herbizideinsatz in Getreide - Der gefallene Niederschlag (überwiegend ca. 10 mm) bringt zwar etwas Entspannung, reicht aber für eine gute Herbizidwirkung der Bodenwirkstoffe nur bedingt aus. Da aber für die nächste Woche kein weiterer Niederschlag gemeldet ist, sollte insbesondere auf Flächen mit hohen Gräserdruck und in der Wintergerste, in der kaum Alternativen vorhanden sind, zeitnah eine Anwendung erfolgen (sofern der Wind es erlaubt). 

Praxistipps: Bei klutigen, rauen Bodenoberflächen mit hohen Ernterückständen ist eher ein Schieben der Herbizidmaßnahme sinnvoll. Mittelempfehlungen siehe Warndienst 27.

 

Winterraps - Der Raps ist vielfach das Sorgenkind auf den Betrieben. Die Trockenheit und teilweise auch Herbizidrückstände aus der Vorfrucht haben den Wuchs flächenspezifisch stark ausgebremst. Kam dann auch noch eine starker Erdflohdruck dazu, bedeutet das für so manchen Rapsschlag den Umbruch. Der Zuflug war regional stark unterschiedlich und nahm ab Mitte September zu. Die Pyrethroidwirkung währte aufgrund der sehr hohen Temperaturen nur kurz. Inwiefern auch unser Landkreis von der Pyrethroidresistenz beim Erdfloh betroffen ist, ist derzeit nur schwer einzuschätzen. „Daher sende ich gerne Ihre Resistenzproben ein, melden Sie sich einfach oder schicken Sie mir die Tiere zu,“ so N. Waldorf.

Praxistipps: Ab sofort ist in den Gelbschalen auch auf den Schwarzen Kohltriebrüssler zu achten. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 10 Käfer pro Gelbschale. Optisch ähnelt der Käfer den aus dem Frühjahr bekannten Rüsslerarten. Bei Befall kann ein zugelassenes Pyrethroid eingesetzt werden.

Wir wollen nicht nur alles schwarz sehen: „Es gibt aber auch schöne Bestände, bei denen eine Wuchsregulierung ansteht.“ Hier rate ich aber zu angepassten, moderaten Aufwandmengen, da die Bodenfeuchtebedingungen weiterhin kritisch sind. Fragen Sie dazu gerne unsere Beratung an.

 

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