Ackerbau - Kalk für Wetterextreme?
Wichtige Informationen aus dem Landkreis Ravensburg vom 05.08.2026
Das renommierte Beratungstrios M. Längle, S. Löbner und M. Kreh vom Landwirtschaftsamt Ravensburg wissen, dass nach der Ernte von Getreide und Raps ein guter Zeitpunkt ist um den Kalkbedarf der Böden wieder aufzufüllen. „Die Basis bildet hierbei eine möglichst aktuelle Bodenuntersuchung mit ausgewiesenem Kalkbedarf in dt CaO/ha.“
Eine erfolgreiche Bewirtschaftung braucht einen fruchtbaren Boden mit bestmöglichen biologischen Funktionen, der auch Witterungsextremen wie wir sie in allem Ausmaß besonders dieses Jahr wieder erleben. Durch Ausgleich des Kalkverbrauchs in den Optimalbereich werden auch Wasserspeicherung, Infiltration, Regenverdaulichkeit, sowie Befahrbarkeit, Durchlüftung und Durchwurzelung positiv beeinflusst. Die Wurzeln erhalten bei Trockenstress durch die bessere Boden-Struktur und Porenvolumen eine bessere Wasserverfügbarkeit. Für optimale Nährstoffverfügbarkeit und -effizienz wird ein standortangepasster pH-Wert benötigt. Bodenstruktur wird mithilfe von Humus und Kalk in Form von Ton-Humus-Komplexen geschaffen. Durch optimalen pH-Wert ist im Boden die mikrobielle Aktivität gesteigert, was zu besseren Nährstoffumsätzen und besserem Abbau von Ernteresten führt. Die nitirifizierenden Bakterien z.B. haben ihre höchste Aktivität bei pH 7 bis 8. Bei weniger als pH 6 beträgt ihre Aktivität nur noch ein Fünftel. Das im Kalk enthaltene Calcium wird für den Biomasseaufwuchs und in der Pflanze für die Widerstandsfähigkeit gegenüber Schaderregern und Witterungseinflüssen benötigt.
Praxistipps: Diese Grundsätze gelten für Ackerflächen, sowie besonders auch für Grünland. Gut mit Kalk versorgte Wiesen scheinen auch auf Trockenstandorten etwas grüner und vitaler zu sein. So können in Jahren mit extremer Trockenheit die Ertragsausfälle abgemildert sein. Nicht zu vergessen ist, dass Kalium in der Pflanze für den Wasserhaushalt zuständig, und bei einer Grunddüngung auf jeden Fall mit eingeplant werden muss